Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Die Enttäuschung sitzt tief bei den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unicef-Gruppe Nienburg. Haben sie im Dezember, als die Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten laut wurden, noch gehofft, dass sich alles irgendwie zum Guten wenden würde, sind sie jetzt entsetzt und traurig zugleich. Von überhöhten Beraterverträgen ist die Rede und von völlig überzogenen Honoraren. Und das nicht etwa bei irgendeiner Hilfsorganisation, sondern bei Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Was dem Ganzen zusätzlich einen schalen Beigeschmack gibt, ist das ungute Gefühl, dass die Sache von den Verantwortlichen erst ernstgenommen wird, seitdem finanzkräftige Spender Druck machen. Bis dahin wurde einfach der zurückgetretenen Heide Simonis und natürlich den Medien die Schuld gegeben. Wäre ja auch so schön einfach gewesen. Ob und wann sich Unicef in Deutschland von den Negativschlagzeilen wieder erholen wird, steht im Moment völlig in den Sternen. Zu befürchten ist außerdem, dass auch die anderen gemeinnützigen Organisationen leiden werden. Mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Außenstelle Nienburg scheint jedenfalls so schnell nicht wieder zu rechnen zu sein. So gern sie auch den Kindern dieser Welt helfen möchten, so enttäuscht sind sie momentan. Sonnabend um Sonnabend haben sie in den zurückliegenden Jahren bei Wind und Wetter die Unicef-Karten verkauft und dabei nicht zuletzt auch mit ihrem (guten) Namen dafür gestanden, dass alles seine Ordnung hat. Die Gefahr ist außerdem, dass jetzt wieder diejenigen Aufwind bekommen, die nie spenden, „weil das Geld ja sowieso in anderen Kanälen verschwindet“.

Allen Leserinnen und Lesern trotzdem einen schönen (Frühlings-)Sonntag, sicherlich verbunden mit einem ausgedehnten Spaziergang oder womöglich der ersten etwas längeren Fahrradtour. Edda Hagebölling

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Erstellt:
10. Februar 2008, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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