Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Guten Tag

Die Situation ist festgefahren: Am Freitag titelte die Tageszeitung „DIE HARKE“: „Bahnstreik legt Ostdeutschland lahm“. Im Tarifstreit der Lokführer-Gewerkschaft GDL mit der Bahn veranstalteten die Gewerkschaftler von Donnerstag bis Freitag ihren bisher längsten Streik. Millionen Berufstätige, Pendler und Reisende mussten sich der Willkür von 1700 Lokführern hingeben. Der Verlust der Bahn geht in die Millionen - ganz zu schweigen vom Imageverlust. Apropos Imageverlust. Wie fühlt es sich wohl an, wenn man als Vorsitzender einer Gewerkschaft, namentlich Manfred Schell, während eines Mammut-Streiks bei einem entspannenden Tee in einem ruhig gelegenen Kurhotel verweilt? Gewerkschaften sind Organisationen, in denen lohn- und gehaltsabhängige Arbeitnehmer zusammengeschlossen sind, um wirtschaftliche und soziale Interessen durchzusetzen. Fraglich bleibt, ob die Streiks der Lokführer auch sozialverträglich sind. Das Image der GDL ist allerdings eher demoliert als poliert. Ganz anders sieht es beispielweise bei der Gewerkschaft der Polizei aus. In Nienburg wurde am 1. Oktober erstmalig ein Außenbüro der GdP Niedersachsen eröffnet (siehe nebenstehender Artikel), in dem ehrenamtliche aktive und ehemalige Polizeibeamte mit Rat und Tat, insbesonderen den Studierenden der Polizeiakademie, zur Seite stehen. Bürgerinnen und Bürger sind ebenfalls herzlich willkommen. Die Betreuung der Gewerkschaftsmitglieder und die öffentliche Präsensenz vermitteln eine Transparenz, die man bei der GDL vermisst. Der GDL-Vorsitzende Schell ließ durchblicken, dass er seine Kur abbrechen würde, wenn die Bahn ein substantielles Angebot inklusive eigenständigem Trafivertrag für Entgeld und Arbeitszeit vorlege. Das Bild eines kleinen schmollenden Jungen, der sich aus lauter Missgunst in seinem Zimmer eingeschlossen hat, drängt sich nahzu auf. Bleibt zu hoffen, dass hinsichtlich der Tarifvertragsfrage eine zeitnahe Lösung gefunden wird - im Sinne der Bahnvertreter, der Lokführer und vor allem der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes.

Einen angenehmen und entspannten Sonntag wünscht Ihnen

Michael Duensing

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Erstellt:
28. Oktober 2007, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

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