Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

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Nein, empirisch belegt ist es höchstwahrscheinlich nicht, dass Stammkunden einer Eckkneipe auch durchweg Raucher sind. Doch das am kommenden Mittwoch in Kraft tretende „Niedersächsische Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens“ - kurz „Nichtraucherschutzgesetz“ genannt - birgt Risiken für so manchen Restaurant- und Kneipenbesitzer (Bericht auf Seite 2). Grundsätzlich steht der Schutz vor Passivrauchen stets im Vordergrund. Welcher Nichtraucher kennt es nicht, wenn er mit qualmenden Paffern in einem gemütlichen Lokal sitzt und Dunstschwaden des giftigen Rauches in der Luft hängen. Nichtsdestotrotz ist das am 12. Juli verabschiedete Gesetz mit harten Regeln versehen. Grundsätzlich gilt für Gaststätten: Künftig herrscht ein generelles Rauchverbot. Es sei denn, der Betreiber des Lokals kann einen abgeschlossenen Raucherraum vorweisen. Gaststätten mit nur einem Raum, offene Restaurants in Markthallen, Einkaufspassagen oder in Schwimmbädern werden laut Niedersächsischer Staatskanzlei rauchfrei sein. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Niedersachsen hat mit Initiativen versucht, das komplett rauchfreie Restaurant zu verhindern. Die Aktionen sahen eine freiwillige Verpflichtung der Gastronomen vor, spezielle rauchfreie Zonen in den Lokalen einzurichten. Doch Ministerpräsident Christian Wulff blieb hart. Wie so oft im Leben gibt es zwei Seiten der Medaille. Die Nichtraucher profitieren davon, zukünftig rauchfreie Restaurants und Kneipen besuchen zu können. Der Raucher muss entweder draußen rauchen oder in einem Separee seiner Sucht fröhnen. Für die Geselligkeit einer gemischten Raucher-/Nichtrauchergruppe ist dieses Szenario weniger förderlich. Die Niedersächsische Staatskanzlei betont: „Rauchen ist eine persönliche Entscheidung, die dem privaten Lebensbereich vorbehalten bleiben wird - und auch muss.“ Dass jedoch diverse Eckkneipen und „Ein-Raum-Lokale“ gegebenenfalls unter dem Fernbleiben der rauchenden Stammkundschaft leiden könnten - diesem Aspekt wurde wenig Bedeutung beigemessen. Wie es auch sei - Nichtraucherschutz ist notwendig. Und mit ein wenig Toleranz und Verständnis steht einem Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern wohl nichts im Wege, oder?

Michael Duensing

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Erstellt:
29. Juli 2007, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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