Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Wieder ist ein Kind missbraucht und ermordet worden und wieder ist der Aufschrei in der Bevölkerung groß. Aber war das nicht vor kurzem auch erst so? Droht man bereits abzustumpfen und sich daran zu gewöhnen, dass Kinderschänder immer wieder ihr Unwesen treiben – auch, weil sie nach lächerlich kurzen Strafen immer wieder entlassen werden. Fast könnte man meinen, dass diese Menschen ausschließlich an Gerichte und Bürokraten geraten, denen das Wohl unserer Kindern völlig gleichgültig ist. Wie anders ist es zu erklären, dass gerade Pädophile immer wieder zuschlagen und unermessliches Leid verursachen können? Neben der Gesetzgebung spielt natürlich auch die Aufklärung eine wichtige Rolle. Mehrere Grundschulen nutzen zum Beispiel zurzeit das Angebot der Nienburger Kontaktstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen und holen die Ausstellung „Ja zum Nein“ zu sich. Zahlreiche Dritt- und Viertklässler – unter den Opfern von Missbrauch sind Kinder zwischen fünf unf zehn Jahren mit 42 Prozent am stärksten betroffen – haben damit die Möglichkeit, sich der Problematik spielerisch zu nähern. Und so ganz nebenbei erfahren sie, dass ein Kinderschänder nicht daran schon von weitem zu erkennen ist, dass er mit einer hässlichen Fratze durch die Gegend läuft, sondern durchaus ein netter, freundlicher Mann sein kann, der dem Kind Aufmerksamkeit schenkt und zuhören kann. Der mutmaßliche Mörder des kleinen Jungen aus Leipzig ist ein Paradebeispiel dafür. Gehören übrigens auch Sie zu denjenigen, die ihm – im Interesse aller – gewünscht hätten, dass ihm der Selbstmord gelungen wäre?

Die HamS wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erholsamen Sonntag

Edda Hagebölling

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Erstellt:
4. März 2007, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 50sec

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