Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Gehören auch Sie zu denjenigen, die die ganze Aufregung um das Thema Krippenplätze überhaupt nicht verstehen? Haben auch Sie schon oft gedacht: Was wäre mit alles erspart geblieben, wenn es in diesem reichen Land das Betreuungsangebot geben würde, das für die europäischen Nachbarn längst selbstverständlich ist? Kein Hin-und-Her-Gehetze, weil der Kindergarten immer so pünktlich schließt, keine Herumtelefoniererei, weil die lieben Kleinen am nächsten Tag erst zur dritten Stunde in der Schule sein müssen und nach der fünften bereits wieder Schluss haben. Zugegeben: Immerhin gibt es seit ein paar Jahren die sogenannte verlässliche Grundschule. Aber wäre es nicht nahezu paradisisch, wenn die lieben Kleinen in der Schule auch noch vernünftig und ausgewogen essen könnten? Von einer Ganztagsschule, die diesen Namen auch verdient, ganz zu schweigen. Von den jungen Franzosen, die zurzeit die ASS besuchen, war zu hören, dass ein Schultag dort einschließlich Mittagspause bis 17 Uhr dauert. Und unglücklich oder verhaltensauffällig schienen diese Mädchen und Jungen ganz und gar nicht zu sein. Ganz im Gegenteil. Längst gehen auch hierzulande die Bestrebungen der Kindergärten nicht selten dahin, die Kleinen so lange wie möglich vor dem häuslichen Umfeld zu bewahren. Wenn man davon ausgeht, dass jedes Kind zunächst normal geboren wird, können es doch im Grunde nur die familiären Umstände sein, die dazu führen, dass Kinder keinen Purzelbaum mehr schlagen können, keine Farben kennen, noch nie einen Malstift in der Hand hatten, oder, oder, oder. Die leiblichen Eltern sind als offenbar nicht automatisch auch die besseren Erzieher. Aber natürlich hat Frau von der Leyen nicht nur die Problemfamilien vor Augen, wenn sie mehr Krippenplätze fordert, sondern auch die Frauen, die auch mit Kindern gerne berufstätig sein wollen. Auch wenn diese in Bischof Mixas Welt offenbar nicht vorkommen. Sie haben nicht Zeit und Arbeit in ihre Ausbildung investiert, um dann zwischen Kindern, Küche und am liebsten sicherlich auch Kirche hin und her pendeln.

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag.

Edda Hagebölling

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Erstellt:
25. Februar 2007, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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