Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist seit 1996 der zentrale Gedenktag in Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus. Die unvorstellbare Zahl von rund sechs Millionen Menschen haben die Nazis auf größtenteils industrialisierte Weise ermordet. Die Leichenberge wurden in Groß-Krematorien verbrannt, die eigens dazu entwickelt werden mussten, da die gebräuchlichen Verbrennungsanlagen einem solchen Dauerbetrieb nicht gewachsen waren. Logistisch war das Töten von Millionen Menschen eine Herausforderung für die Täter; schließlich brachte man die Mitbürger von gestern in der Regel nicht an Ort und Stelle um, sondern musste sie mit der Bahn in die Todesfabriken transportieren. Das hat es – weder in der Sowjetunion unter Josef Stalin, noch in Kambodscha unter „Bruder Nr. 1“, Pol Pot – noch nie gegeben, und die Täter waren Deutsche.

Aber: Das alles ist mehr als 60 Jahre her. Die absolute Mehrzahl derer, die heute in Deutschland wirtschaftlich oder politisch aktiv sind, hat mit dem Geschehen im Dritten Reich nicht mehr zu tun als ihre Altersgenossen in Dänemark, Simbabwe oder der Mongolei. Sie ist für die Taten ihrer Eltern, Groß- und Urgroßeltern nicht verantwortlich.

Dennoch ist es gut und richtig, das Gedenken an den von breitesten Volksmassen getragenen Nazi-Terror zu bewahren. Denn die Deutschen von damals waren ja keine Barbaren, sie verstanden sich als Volk der „Dichter und Denker“, das Künstler wie Brahms, Goethe, Schiller hervorgebracht hatte. Und dennoch ist es möglich gewesen, dass dieses Volk – und zwar beinahe in Gänze – humane und moralische Grundsätze völlig über Bord warf und sich in ein Monster verwandelte, wie es die Welt nie gesehen hat. Das ist nicht tausende Jahre her, sondern erst 61. Dafür, dass so etwas nie wieder geschehen kann, lohnt es sich, sich das Unfassbare bewusst zu machen.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Jens Heckmann

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Erstellt:
29. Januar 2006, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

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