Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Die Mittagspause ist knapp bemessen und das Essen steht gerade auf dem Tisch - dann klingelt das Telefon. Wer ruft an? In jüngster Zeit offensichtlich häufig so genannte Call-Center-Agents, die im Auftrag eines Marktforschungsinstitutes arbeiten, für die Dienstleistungen einer Lotterie-Einnahme werben oder das neueste Nachschlagewerk eines Fachverlages anpreisen wollen.

Wie gesagt, die Zeit ist knapp, und schon deshalb wollen sich die meisten Angerufenen nicht anhören, was vom anderen Ende der Leitung aus angepriesen wird. Das muss ja gar nicht schlecht sein, aber stereotyp heruntergeleierte Argumente fallen eben schon wegen der Häufigkeit zunehmend auf wenig fruchtbaren Boden.

Spätestens beim dritten oder vierten gleichartigen Anruf wird aufgelegt. Zumal dann, wenn sich das gleiche Spiel nach Feierabend wiederholt. Dabei machen die Anrufer oder Anruferinnen nur ihren Job, und das teilweise gar nicht schlecht. Die Häufigkeit jedoch sorgt dafür, dass sie zunehmend für Verägerung sorgen.

Schlimm ist auch, wenn insbesondere ältere Menschen mit diesen Anrufen konfrontiert werden. Wobei es manchmal den Eindruck macht, dass den Aktionen ganz gezielte Markt- und Kundenanalysen vorausgehen. Warum sonst würden bestimmte Angebote (Kabelanschluss, Telefontarife) bei Senioren telefonisch platziert, wenn sie bei der jüngeren Generation per Post ins Haus flattern?

Um es ganz deutlich zu sagen: Werbung für Produkte und Dienstleistungen ist wichtig, nicht nur für Anbieter, sondern auch für Verbraucher. Woher sonst sollten die Informationen kommen? Das Ansinnen jener Anbieter ist also nicht zu rügen, lediglich die Vorgehensweise.

Gegen ungewollte Post hilft die Robinson-Liste, örtliche Verteiler respektieren Hinweise am Briefkasten - doch was ist zu tun gegen die störenden Anrufe?

Wer unverlangte Werbung per E-Mail verschickt, macht sich unter Umständen sogar strafbar. Dabei ist nichts für den Kunden mit weniger Aufwand verbunden, als das neueste digitale Angebot einfach zu löschen. Ein störender Telefonanruf kostet viel mehr Zeit. Vielleicht würde sogar das per Telefon abgelehnte Angebot auf fruchtbareren Boden fallen, wenn es per E-Mail ankäme - und deshalb dann gelesen werden könnte, wenn es dem Kunden passt.

In dieser Hinsicht hat der Gesetzgeber Nachbesserungsbedarf.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
15. Januar 2006, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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