Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Sportfans haben es in diesem Jahr nicht leicht: Da spielen drei deutsche Teams in der Champions-League, und pro Spieltag gibt es maximal eine Partie frei empfangbar im Fernsehen zu sehen.

So mussten Fans des runden Leders am vorigen Dienstag entweder auf das Bezahl-Fernsehen ausweichen oder aber bis nach Mitternacht warten. Spannung gab es da nicht mehr, selbst wenn man sich die halbe Nacht um die Ohren hätte schlagen wollen. Die Ergebnisse wird wohl fast jeder vorher erfahren haben.

Die Verantwortlichen bei der UEFA haben den Fußball ebenso wie die Funktionäre anderer besonders beliebter Sportarten längst zum knallhart kalkulierten Geschäft gemacht. Da geht es nicht mehr darum, Informationen möglichst breit zu streuen, sondern eher darum, noch einige Millionen mehr für die Übertragungsrechte herauszuschlagen.

Solange dieses Spiel funktioniert, solange die Fans immer noch tiefer in die Tasche greifen, um Spiele live zu erleben, wird diese Schraube weiter gedreht werden.

Noch ein anderes Phänomen offenbart derzeit die Champions-League: Drei deutsche Teams sind am Start, doch insgesamt haben an zwei Spieltagen nur 16 deutsche Kicker mitgewirkt. Bedenkt man, dass dabei Akteure wie der in England aktive Robert Huth mit einem Minuten-Einsatz schon mitgerechnet sind, dann darf man sich wirklich einmal Gedanken um die Nachwuchsarbeit in Deutschland machen. Nur ein Vergleich sei dabei erwähnt: Die meisten in der diesjährigen Champions-League bisher eingesetzten Kicker haben die brasilianische Staatsangehörigkeit (59!).

Reicht es bei einem 80-Millionen-Volk selbst in der Sportart Nr. 1 nur noch für zweite Wahl? Oder haben die Spitzenklubs schlichtweg zu lange die Nachwuchsarbeit vernachlässigt, weil es einfacher ist, Spieler aus Südamerika zu holen? Eigentlich schade, aber wohl ein Zug der Zeit.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
2. Oktober 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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