Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Seit fast eineinhalb Jahrzehnten ist die deutsche Teilung nun überwunden. Und dennoch ist sie immer noch irgendwie präsent. Das erfährt man derzeit fast täglich in den Nachrichten, denn nach Ost und West getrennte Wahlprognosen abgegeben werden.

Die fast ein halbes Jahrhundert lang unterschiedlich verlaufene Entwicklung der beiden deutschen Teile hat Spuren hinterlassen, die auch knapp 16 Jahre nach dem Mauerfall einfach noch offenkundig sind – in der Mentalität vieler Menschen ebenso wie in den Städten und Gemeinden.

Wer noch die Bilder der baufälligen Ortsbilder, der kaputten Straßen und der nach Westprodukten begierigen Menschen vor Augen hat, der muss zweifellos anerkennen, dass sich sehr viel in den neuen Bundesländern getan hat. Bernburg beispielsweise wirkt insbesondere im Stadtkern und in den Einkaufsstraßen äußerst vital, nur an wenigen Relikten wie alten Ladenbeschriftungen (HO, Flepro) ist noch die Vergangenheit zu spüren. Erstaunlich ist auch die Entwicklung in den Straßenzügen etwas abseits. Dort wurden Wohngebäude, die 1990 ein menschenwürdiges Dasein kaum mehr ermöglichten, zu durchaus sehenswerten Adressen.

Zwischendrin allerdings finden sich immer noch marode Häuser, deren Zukunft ebenso ungewiss ist wie ihr Anblick verdeutlicht, dass noch vieles zu tun ist.

Während Bernburg also bei allen zweifellos vorhandenen Problemen insgesamt einen aufstrebenden Eindruck macht, fehlt diese Umtriebigkeit in den benachbarten kleineren Orten, so auch in Nienburg/Saale. Adrette Häuser, gepflegte Vorgärten - alles typisch deutsche Merkmale. Und dennoch: Irgendwie wirkt die kleine Partnerstadt ruhig, eher sogar zu ruhig. Aber das ist im Osten wie im Westen wohl das Los der kleineren Kommunen.

In jedem Fall lohnt es sich, einmal wieder in den Partnerkreis und die Partnerstadt zu fahren. Zumal seit einigen Jahren die Autobahn ab Magdeburg die unendlichen Staus auf der Landstraße ins Reich der Erinnerung geschickt hat.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
28. August 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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