Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Premiere in Nienburg: Erstmals gibt es einen „Streetworker“. Dirk Gildehaus, ehemals eingesetzt im Jugendhaus Langendamm, ist nun im Rahmen eines zunächst zwei-jährigen Projektes für die „aufsuchende Jugendarbeit“ zuständig.

Zugegeben – es ist eine Premiere, aber eine, über die sich eigentlich niemand so richtig freut – zumindest was den Anlass angeht. Selten war sich die Politik so einig wie in diesem Punkt: Diese Art von Jugendarbeit, dieses aktive Zugehen statt des passiven Vorhaltens von Angeboten, ist in der heutigen Zeit weit mehr als nur ein schönes Zusatzangebot. Es ist unabdingbar.

Und eben dies ist bedrückend. Immer mehr Jugendliche haben eine ausgeprägte Abneigung gegen jede Form von einrichtungsgebundener Jugendarbeit entwickelt, sie sind weder mit Vereinsangeboten noch mit Angeboten des Jugendhauses zu erreichen.

Zielgruppe für Streetworker sind jene, die sozial und infrastrukturell benachteiligt sind, die längst in Konflikt geraten sind mit Werten und Normen. Im Stadtgebiet sind eine wachsende Anzahl von „Störungen“ durch die Zielgruppe zu beobachten. Auf diese Jugendlichen zuzugehen, Schwellenängste abzubauen, Vertrauen zu schaffen und auch Hilfe in bestimmten Lebenssituationen zu geben, ist eine der wesentlichen Aufgaben der aufsuchenden Jugendarbeit.

Das ist wahrlich kein leichter Job angesichts der zahlenmäßig großen Klientel. Beispiele für daraus resultierende Störungen sind neben Lärmbelästigungen und Verschmutzungen leider immer wieder auch tatsächliche oder subjektiv empfundene Bedrohungen anderer Gruppen, seien es nun Anwohner, Jugendgruppen in Vereinen oder weitere.

Erfolge in der Arbeit auf der Straße wären ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt Nienburg. Und nicht nur Pessimisten rechnen damit, dass die Stelle weit länger benötigt wird als für den zwei-jährigen Startzeitraum. Vermutlich reift sogar sehr schnell die Erkenntnis, dass es mit einer Stelle nicht getan ist.

Werden aber Erfolge erzielt, so wäre auch dieses zusätzliche Geld wirklich gut investiert. Zunächst aber darf man gespannt sein auf erste Ergebnisse aus der Tätigkeit von Dirk Gildehaus, der sicherlich von den wenigsten um seine Aufgabe beneidet wird.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
12. Juni 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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