Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander will den „Gelben Sack“ wieder abschaffen! Nein, dies ist kein deutlich verspäteter Aprilscherz. Und es ist auch keine Zeitungsente - es ist offensichtlich ein ernst gemeinter Vorschlag des FDP-Politikers.

Ob man diesen Vorschlag allerdings wirklich ernst nehmen sollte, darf durchaus bezweifelt werden. Denn der gelbe Sack steht nicht nur für ein Entsorgungssystem, sondern auch für ein mühsam erreichtes Bewusstsein zur Mülltrennung.

Selbstverständlich gibt es viel zu meckern am System der Wertstoff-Entsorgung. Das sogenannte „Duale System“ war von Beginn an in der Kritik. Und der Umgang mit dem Wertstoffsack ist längst nichts jedermanns Sache. So richtig wissen viele nicht, was damit entsorgt werden darf - oder sie wollen es einfach nicht kapieren.

Zwischen dem Verpackungsmüll findet sich immer wieder wirklicher Restmüll, dass ist längst bekannt. Wer einmal in einer Sortieranlage war, wird die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewundern. Was dort alles gefunden wird, ist schon erstaunlich.

Der gelbe Sack wird manchmal zweckentfremdet. Das ist wahr. Aber ist das Grund genug, ihn ganz abzuschaffen? Die überwiegende Mehrheit nutzt ihn konsequent und gut, daran besteht kein Zweifel.

Was wäre ohne den Wertstoffsack? Die Restmülltonne wäre ständig voll, vermutlich würde selbst bei wöchentlicher Leerung in vielen Häusern eine größere Tonne benötigt werden. Schon wieder wäre Streit um die Abfallgebühren vorprogrammiert, weil niemand entscheiden kann, welchen Anteil kostenpflichtiger Restmüll und welchen Anteil kostenfreier Wertstoff an der Füllmenge der Abfalltonnen hätte.

Vielleicht steckt ja auch eine ganz andere Idee dahinter? Ohnehin betonen Kritiker, dass die Müllverbrennungsanlagen kaum ausgelastet werden können. Soll auf diese Weise vielleicht einfach mehr Müll erzeugt werden?

Selbst wenn es wirtschaftlich günstiger wäre, dass so ein Vorschlag ausgerechnet vom Umweltminister kommt, darf zumindest nachdenklich stimmen.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
15. Mai 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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