Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Nun steht also auch die Nienburger Feuerwehr- und Rettungsleitstelle zur Disposition - zumindest nach Ansicht von Niedersachsens Innenminister Schünemann.

Noch handelt es sich um einen Vorschlag, aus insgesamt 77 Leitstellen für Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei insgesamt nur noch zehn zu machen. Vieles dabei klingt verlockend, vor allem der Einspareffekt, der langfristig damit verbunden sein soll.

Aber in dieser Suppe schwimmen wie so oft bei der derzeitigen Reform- und Sparwelle etliche Haare. Zunächst muss einmal die Frage gestellt werden, welchen einmaligen Aufwand solche Umstellungen verursachen. Neben Sachkosten geht es möglicherweise auch um Abfindungen und andere Personalausgaben. Oder es bleibt die Suche nach neuer Verwendung für die bisherigen Bediensteten. Aus Landesbehörden wird manches kolportiert, was die Spareffekte nach Auflösung der Bezirksregierungen eher fragwürdig erscheinen lässt.

Punkt 2: Die Kommunen müssen für die Leitstellen zahlen. Was bringt eine Einsparung, wenn die damit bezahlten Menschen nicht mehr in der eigenen Region leben und somit dort die Wirtschaft nicht mehr ankurbeln? Weniger Umsatz in Geschäften, weniger mittelbare Steuereinnahmen - vielleicht sogar in einigen Fällen höhere Sozialleistungen.

Punkt 3: Sind große Einheiten wirklich immer besser? Kann eine regionale Leitstelle eventuell durch mehr Ortsnähe hier und da besser die Einsätze koordinieren? Haben nicht auch in ganz anderen Bereichen große Organisationsformen ihre Schwachstellen schnell offenbart?

Punkt 4: Warum eigentlich Hameln als vorgeschlagener Standort? Die Stadt liegt sehr weit im Süden des zu betreuenden Gebietes, vor allem im Hinblick darauf, dass die zweite Leitstelle im Gebiet der Polizeidirektion Göttingen (zu der Nienburg gehört) direkt in Göttingen liegt. So richtig gut verteilt ist das nicht. In diesem Zusammenhang erinnert sich mancher in Nienburg an die Diskussion um die Fachhochschulen: Der überall gut benotete Standort Nienburg wird aufgegeben, die eher marode Fachhochschule am Wohnort Schünemanns, Holzminden, bleibt bestehen. Jetzt rückt zwar nicht Holzminden, aber die Nachbar-Kreisstadt ins Rampenlicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
24. April 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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