Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Die Zeiten sind schwer - das wissen mittlerweile alle. Ob mit oder ohne Job, die Last der schwachen Wirtschaftslage drückt viele Menschen.

Nicht besser geht es den Firmen, vor allem nicht den kleineren Handwerks-, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen. Das wird immer wieder deutlich, nicht zuletzt bei Veranstaltungen von Werbegemeinschaften und Gewerbevereinen. Diese Zusammenschlüsse existieren seit vielen Jahrzehnten, um gemeinsame Interessen gebündelt zu vertreten, um Vorhaben „wuppen“ zu können, die einzelne Mitglieder alleine nicht auf die Beine stellen könnten.

Werbegemeinschaften haben also mehr als nur eine Daseinsberechtigung, sie sind für viele Orte und Mitglieder ein fast unverzichtbares Element. Und dennoch: Gewerbevereine kränkeln derzeit landauf, landab. Damit geht es ihnen kaum anders als anderen Vereinen und Organisationen, die ehrenamtlich geführt werden: Es mangelt an Zeit und Geld.

Freiwillige Zusammenschlüsse wie „Wir im Nordertor“ oder der „Nienburg Service“ leben sicherlich von Beiträgen und Zuschüssen, vor allem aber vom Engagement einzelner. Und das wird notgedrungen eingeschränkt, wenn die eigenen Geschäfte nicht mehr so gut laufen - zumal in unserer Gesellschaft schon seit vielen Jahren jene Menschen rar werden, die sich in ihrer Freizeit für gemeinschaftliche Aufgaben einsetzen.

Kein Wunder also, dass derzeit die Flamme ein wenig kleiner brennt - nicht nur bei den Nienburger Werbegemeinschaften. Diese suchen seit knapp zwei Jahren nach Möglichkeiten, gemeinsame Wege zu beschreiten. Das gestaltet sich - so zumindest der Eindruck nach der Jahreshauptversammlung bei „Wir im Nordertor“ - schwieriger als anfänglich gedacht. Denn der Teufel liegt bekanntlich im Detail - dies erkennen die Vorstände beider Vereine offensichtlich immer mehr.

Zudem muss die Frage aufgeworfen werden, ob große Zusammenschlüsse immer der richtige Weg sind. Den Vorteilen wie effizienterer Administration, größerem Einfluss und vielleicht auch besserer finanzieller Ausstattung stehen Argumente wie zurückgehende Bindung an die Gemeinschaft, auseinanderdriftende Interessen und vor allem Abkehr vom persönlichen Engagement entgegen.

Deshalb ist es nur richtig, dass nach Sondierungsgesprächen nicht blinder Aktionismus greift, sondern eine Phase der Besinnung einkehrt: Was wollen wir? Was können wir? Dann aber sollte eine Entscheidung her, damit alle Beteiligten wissen, woran sie sind.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

Zum Artikel

Erstellt:
10. April 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.