Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Die öffentliche Hand geht zunehmend neue Weg, um die andauernde Ebbe in den Haushalten zu lindern. Insofern hat die Misere der kommunalen Haushalte offenkundig etwas Gutes: In vielen Rathäusern wird mehr und mehr Sensibilität dafür entwickelt, dass wirtschaftliches Denken und Handeln nicht nur auf dem Papier, sondern in der Praxis ein unbedingtes Muss auch für öffentliche Verwaltungen ist.

Entscheidungsträger gerade in den Kommunen bewegen sich dabei auf einem schmalen Grat. Denn Städte und Gemeinden sind ebenso wie Bund und Länder keine reinen Wirtschaftsunternehmen, deren Leistung ausschließlich am Jahresergebnis gemessen wird. Vielmehr ist es ihre Aufgabe, verfügbare Ressourcen so einzusetzen, dass das Gemeinwesen davon profitiert. Wie verlockend es ist, gerade an dieser Kante zu sparen, zeigen die immerwährenden Debatten um Kürzungen bei den freiwilligen Leistungen.

Die Stadt Nienburg wird mit der Einführung eines Gebäudemanagements versuchen, die Kostenschraube nach unten zu drehen. Der Ansatz ist zu begrüßen, die Erfahrung lehrt, dass in diesem Sektor viel Einsparpotential liegt. Das haben auch die Verantwortlichen erkannt.

Man kann nur hoffen, dass der gute Grundgedanke nicht in der Praxis scheitert. Auch wenn es niemand offen zugibt, hinter vorgehaltener Hand Pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Die vor Jahren mit viel Vorschusslorbeeren gestartete Budgetierung an den Schulen hat die Probleme nicht beseitigt, sondern sie nur verlagert. Diese Suppe löffeln vielfach Dritte aus.

Eine ähnliche Gefahr besteht auch beim Gebäudemanagement. Wenn dort so gehandelt wird, als sei man ein rein wirtschaftlich denkender Vermieter, dann haben jene den „schwarzen Peter“, die für die Produkthaushalte der Stadt verantwortlich sind. Denn Schulen, Vereine und andere öffentliche Einrichtungen sind Hauptnutzer städtischer Liegenschaften. Anders ausgedrückt: Wie man sich auch dreht und wendet, am Ende fließt das Geld von der linken in die rechte Tasche.

Dennoch: Der Ansatz des Gebäudemanagements ist gut. Allein in der Bündelung und der neuen Aufgabenverteilung liegt Einsparpotential. Das sollte optimal genutzt werden.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
6. Februar 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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