Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Nach wie vor erschüttert die Flutkatastrophe in Asien die Menschen weltweit. In gleichen Maße beeindruckt allerdings auch die große Hilfsbereitschaft - sei sie nun staatlich oder durch private Initiativen.

Angesichts der großen Zerstörungen und des dringend notwendigen Wiederaufbaus sind selbst Millionen nur verschwindend geringe Summen. Umso erfreulicher ist es, in welchem Umfang Regierungen aus dem Staatshaushalt finanzielle Hilfe bewilligen. Aber auch eine andere Begebenheit sollte zu denken geben, und zwar die absolut ernst gemeinte Frage eines Jugendlichen: „Woher nehmen die das Geld? Der Staat muss doch sonst auch immer sparen.“ Nicht Kritik an der Hilfe steckt hinter dieser Frage, sondern die nüchterne Beobachtung, dass plötzlich Geld zur Verfügung steht, obwohl in allen Medien monatelang nur von Sparzwängen, leeren Kassen und höheren Abgaben die Rede war. Anders ausgedrückt: Der Einwurf hinterfragt letztlich das ewige Gerede, wie schlecht es uns geht.

Das ist vermutlich das einzig Gute an dieser Katastrophe. Nicht nur in Deutschland wird abgelenkt vom Krisengerede, vom Selbstmitleid und vom „Klagen auf hohem Niveau“. Vielmehr wurde uns seit Weihnachten drastisch verdeutlicht, dass viele Menschen sehr wohl ein Gewissen haben, ein Gespür dafür, wann uneigennützige Hilfe notwendig ist.

Die Vielzahl von Spendenaktivitäten und Ideen ist ein positives Signal. Hier ist es die Straßensammlung durch politischen Nachwuchs, dort das Spenden eines Anteils an Eintrittsgeldern bei einem Rockkonzert – alles gute Ideen. Oder die spontane, binnen weniger Stunden abgewickelte Spendenaktion von Bediensteten der Sparkasse Nienburg. 139 von ihnen verzichteten auf angesammelte Überstunden zwischen 5 und 139 Stunden. Insgesamt 20.000 Euro kamen dadurch zusammen. Beachtlich.

Ebenso erfreulich wie die Aktionen für die Flutopfer war und ist die Hilfbereitschaft für den an Leukämie erkrankten Jan Seemeier. Diese und andere Beispiele von selbstloser Hilfe machen Mut – und sind Beweis dafür, dass in unserer Gesellschaft durchaus noch ein soziales Gewissen vorhanden ist.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
9. Januar 2005, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 00sec

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