Guten Tag

Guten Tag

Edda Hagebölling DH

Ob im Großen oder im Kleinen, die Bahn kommt immer wieder ins Gerede.

Sei es nun der Tarifdschungel hier oder die Verspätungen dort - bundesweit gibt es immer wieder Debatten über die Bahn, ihre Dienstleistungen und ihre Geschäftspolitik.

Doch leider schafft es die Bahn immer wieder, auch im direkten Kundenkontakt Kredit zu verspielen. Das Unternehmen glänzt im negativen Sinne häufig dann, wenn Unvorhersehbares eintritt. Dann sind Flexibilität und vor allem Information der Reisenden zwingend erforderlich - doch leider offenbart das Unternehmen dabei eklatante Schwächen.

Zugreisende, ob Pendler oder Gelegenheitsfahrgäste, wissen ein Lied davon zu singen, wie unerquicklich es ist, beispielsweise auf dem Hauptbahnhof Hannover warten zu müssen, sobald Unvorhergesehenes eintritt.

Dass Züge ausfallen, weil Strecken nicht passierbar sind, ist nicht zu verhindern. Dafür können technische Defekte, natürliche Einflüsse wie Windbruch oder leider auch menschliche Schicksale Auslöser sein.

Auch am vorigen Dienstag war die Bahnstrecke zwischen Hannover und Wunstorf wieder einmal nicht passierbar. Auf dem hannoverschen Hauptbahnhof warteten viele Fahrgäste, unter ihnen auch ein Nienburger Lehrer mit einer Gymnasialklasse nach einem Theaterbesuch.

Niemand habe ihnen sagen können, wie oder wann eine Verbindung nach Nienburg bestehen würde. Ein Busverkehr nach Wunstorf wurde zwischenzeitig angeboten - allerdings ohne konkreten Aussagen darüber, ob und wie man von dort weiterkomme.

Züge seien per elektronischer Anzeige als gestrichen gemeldet worden - und dann wohl doch gefahren. Belohnt worden sei der Mut einiger anderer Fahrgäste, die einen Zug bestiegen hätten, der nicht in Nienburg halten sollte - dies dann aber doch tat.

Nach ständigem Hin und Her wurden schließlich Eltern telefonisch als Fahrdienst gerufen. Die letzte Schülergruppe, die mit Pkw aus Hannover geholt wurde, kam gegen 0.45 Uhr in Nienburg an. Immerhin dauert ja auch die Anfahrt geraume Zeit.

Ein kleines (Rest-)Grüppchen machte sich mitsamt Lehrer auf den Weg zum Ersatzbus - so wie es das Bahnpersonal empfohlen hatte, weil auf absehbare Zeit kein Zug mehr fahren würde. Die Gruppe wurde überrascht, denn plötzlich war doch ein Zug einsatzbereit, der sie schließlich sogar schneller in die Kreisstadt brachte als die herbeigerufenen Pkw. Glück für die Betroffenen, Pech für jene, die auf die Auskünfte vertraut hatten.

Ein echtes Lehrstück verfehlter Informationspolitik der Bahn!

Einen schönen vierten Adventssonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke