Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

An das Geld anderer Leute heranzukommen ist ein seit geraumer Zeit äußerst schwieriges Unterfangen. Diese Erfahrungen machen alle, die in Handel, Handwerk oder Dienstleistung für die Akquise von Aufträgen zuständig sind. Umso wichtiger ist es, ständig am Ball zu bleiben. Es gilt, Angebote und deren Darstellung den Anforderungen potentieller Kunden anzupassen.

Beim Niedersächsischen Landtourismustag in Verden waren vereinzelt auch Gesichter aus dem Landkreis Nienburg zu sehen. Zwischen Anbietern von Urlaub auf dem Bauernhof, Verbandsrepräsentanten und Tourismus-Managern erfuhren Sie mehr oder minder Neues über Sichtweisen und Wünsche der Gäste, über Konsequenzen der Bevölkerungsentwicklung für ihren Wirtschaftszweig, über allgemeine Trends im Freizeitverhalten und schließlich auch über das Marketingkonzept der österreichischen Anbieter.

Die Vertreter aus dem Kreis Nienburg waren gewissermaßen Exoten in dieser Tagung. Ihre Zahl ist äußerst offensichtlich gering im Vergleich zu anderen Regionen des Landes. In der Heide oder nahe der Küste sieht das ganz anders aus. Auch Urlaub auf dem Bauernhof verkauft sich eben in klassischen Urlaubsgebieten deutlich besser.

Die Mittelweserregion soll sich als (Kurz-) Urlaubsziel für Radwanderer profilieren. Da könnte eine Intensivierung von Urlaubsangeboten auf Bauernhöfen durchaus zunächst flankierend und später vielleicht sogar eigenständig entwickelt werden. Aber: Es muss zunächst kräftig investiert werden, und das bleibt letztlich den Anbietern vorbehalten. Also bedarf es unternehmerischer Risikobereitschaft.

Zudem muss die Region noch viel stärker überregionale Anziehungskraft entwickeln. Und zwar nicht nur als direktes Urlaubsziel, sondern zunächst erst einmal für Tagesgäste. Das gelingt am besten durch Aktivitäten, die Ausstrahlung vermitteln.

Ulrich Petersen vom Wirtschaftsministerium m,achte dies beim Landtourismustag mit dem Beispiel der zahllosen Weinfeste an Rhein und Mosel fest. Ganze Busladungen kommen selbst aus Holland angereist.

Auch diese Region hatte solche Zeile. So sollte der Spargelmarkt ähnliche Sogwirkung entwickeln. Bisher blieb es eher beim Wunsch - leider. Selbst das Nienburger Altstadtfest ist und bleibt nur regional anziehend.

In Zeiten knapper Kassen werden derartige Angebote eher noch zurückgefahren, weil Schmalhans Küchenmeister (oder besser: Programmgestalter) ist. Oder weil es viel mehr Neid und Eifersüchteleien gibt, als die meisten Unbeteiligten ahnen. Auch daran muss gearbeitet werden, sollen nicht die hohen (auch finanziellen) Anstrengungen im Bereich Tourismus komplett verpuffen.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
7. November 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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