Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Heute gehen die Olympischen Spiele zu Ende. Zwei Wochen voller Emotionen, sportlicher Erfolge und Misserfolge – aber auch für viele zwei Wochen Sportgenuss am Bildschirm.

Natürlich ist das Interesse der Medien besonders groß, wenn deutsche Sportlerinnen und Sportler aussichtsreich im Rennen liegen. Das gilt nicht nur für Olympia. Kein Wunder also, dass manche Auswahl der Fernsehmacher nicht auf ungeteilte Zustimmung des Fernsehpublikums stieß. In diesem Fall waren jene Sportfans zu beneiden, die bereits die Möglichkeit haben, digitale Kanäle zu empfangen.

Zwei Wochen Olympische Spiele - das ist eine lange Zeit, die bei etlichen Sportbegeisterten schließlich auch das Interesse abflauen ließ. Dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass von den deutschen Leichtathleten nicht gerade Wunderdinge zu vermelden waren. Schließlich ist die Leichtathletik eine der absoluten Kernsportarten der Olympischen Spiele.

Hinzu kommt, dass nicht nur die Leichathletik in Sachen Doping wieder unliebsame Schlagzeilen lieferte. Aussagen von Fachleuten, dass ohne verbotene Mittel ein Medaillenrang kaum mehr erreichbar sei, schrecken gewaltig auf. Wenn das wirklich stimmt, müssen die deutschen Athletinnen und Athleten eine überaus weiße Weste haben. Das sollte mehr zählen als ein Platz auf dem Treppchen.

Und dennoch: Der Medaillenspiegel ist zweifellos für das Nationalgefühl wichtig, das kann niemand abstreiten. Schließlich ist der Erfolg die Krönung jeden Wettstreits – auch wenn bei Olympischen Spielen dabeisein bekanntlich alles ist.

Sind zurückgehende Erfolge und das Abrutschen im Medaillenspiegel auch ein Zeichen für sich verändernde Werte in unserer Gesellschaft? Sind uns Spitzenleistungen im Sport einfach nur weniger wert, weil es Wichtigeres im Leben gibt? Oder ist unsere Gesellschaft wirklich nicht mehr so leistungsbereit, wie es einst der Fall war?

Könnte es sein, dass die oftmals aus politischem Kalkül heraus geschürten Zukunftsängste sich nicht zuletzt auch im Spitzensport niederschlagen? Wer will schon seine Lebensperspektiven aufs Spiel setzen, nur um den meistens doch schnell vergänglichen Ruhm olympischer Medaillen anzustreben?

Einen schönen Schlusstag der Olympischen Spiele wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
29. August 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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