Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Kaum ein neues Geschäft hat in den vergangenen Jahrzehnten in Nienburg derart viel Aufsehen erregt wie der Media-Markt, der am vorigen Mittwoch auf dem Schloßplatz seine Pforten öffnete.

Allenfalls der Neubau des „real“ am Kräher Weg, der nun ebenfalls schon viele Jahre zurückliegt, erweckte ähnliches Interesse - und einen fast so großen Ansturm.

Nicht die Eröffnungsangebote, nicht die Schlangen bereits zur ersten Öffnung der Pforten um 6 Uhr sind das wirklich Besondere am Media-Markt Nienburg, sondern vor allem seine Lage. Denn anders als in vielen Großstädten wurde der Markt in einer 1a-Lage der Innenstadt erreichtet - oder besser gesagt: Aus dem Schloßplatz wurde mit diesem neuen Magneten zumindest hinsichtlich der Käuferströme wieder eine Top-Lage der Innenstadt.

Dieser Media-Markt hat seit der ersten Idee polarisiert. Hier die Befürworter, die in ihm einen Magneten, ein mächtiges Kaufkraft-Bindungsinstrument sehen; dort die Gegner, die sich am großen Baukörper stören und eine Bauruine befürchten, sofern der geschäftliche Erfolg ausbleibt.

Doch auch dazwischen gibt es Stand- und Gesichtspunkte. 54 neue Arbeitsplätze habe man geschaffen, so Geschäftsführer Thomas Hötzelt, 80 Prozent der Angestellten kommen aus der Region. Und: Nienburgs Innenstadt hat nun Parkmöglichkeiten rund ums Zentrum wie kaum eine zweite Stadt. Die wird man auch benötigen, wenn sich bewahrheitet, was die Befürworter (und Marktforscher) immer wieder betont haben: Dieser Markt hat Magnetfunktion, er bringt zusätzliche Kunden in die Kreisstadt. In der Tat: Beim ersten Gang durch die knapp 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche beeindruckt die Produktvielfalt wirklich.

Die Macher beim Media-Markt werden alles daran setzen, Erfolg zu haben. Das wird manchen Kunden freuen und manchen Mitbewerber durchaus auch einmal ärgern. Aber Thomas Hötzelt betont, was schon viele andere sagten: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Man habe letztlich gar kein Interesse, den Wettbewerb zu verdrängen, denn dieser bietet dem Kunden Vergleichsmöglichkeiten, die sonst nur in Ballungszentren vorhanden wären.

Der „expert“-Markt auf der anderen Weserseite erzielte am vorigen Mittwoch übrigens nach eigenem Bekunden einen seiner stärksten Tagesumsätze. Wenn’s so bliebe, würden Anbieter und Kunden die Gewinner sein.

Und noch eins fällt auf: Kaum ein „Filialist“ engagiert sich für Nienburg, beispielsweise durch eine Mitgliedschaft in örtlichen Werbegemeinschaften. Dem neuen Media-Markt und seinem Geschäftsführer Thomas Hötzelt bescheinigte nicht nur Bürgermeister Peter Brieber bereits im Vorfeld gezeigte andere Denk- und Handlungsstrukturen. Setzt sich der Trend fort, wäre das nur zu begrüßen. Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
22. August 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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