Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Mit Spannung wird der kommende Mittwoch erwartet, der letzte Schultag vor den Sommerferien – leider nicht nur wegen der (hoffentlich guten) Zeugnisse, sondern zumindest in Nienburg auch wegen des schon traditionellen Treffens der Schülerinnen und Schüler am Weserwall.

Kreis- und Stadtverwaltung mit den zuständigen Abteilungen ebenso wie die Polizei mussten sich mit dem von vielen Beteiligten als „Wallsaufen“ titulierten Treffen auf dem Weserwall in den zurückliegenden Wochen mehr beschäftigen, als es eigentlich sein sollte. Der Grund: Im Vorjahr gab es Randale. Alkoholmissbrauch auch von Jugendlichen ist an diesem Tag und diesem Ort (leider) schon Tradition. Darüber wurde viele Jahre bewusst (oder doch ahnungslos?) hinweggesehen. Doch nachdem nun auch noch Schlägereien und Bedrohungen dazukamen, ist es nur logische Konsequenz, dass die Behörden sich des Themas annehmen.

Es gibt Stimmen, denen zufolge die Auswüchse in keinem Fall den Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schulen zuzuschreiben sind. Bewiesen ist das allerdings nicht – aber auch nicht unbedingt abwegig. Es wäre nur eine Wiederholung von Beobachtungen bei anderen Anlässen.

Nachdenklich stimmt die Tatsache, dass grundsätzliche Dinge wie der Hinweis, dass der Genuss von Alkohol erst ab 16 Jahren erlaubt ist, offensichtlich Eltern und Jugendlichen nicht mehr unbedingt geläufig sind. Ein Schreiben des Kreisjugendamtes an die Eltern von Schülerinnen und Schülern weist darauf ebenso hin wie auf das beabsichtigte konsequente Eingreifen der Behörden.

Andererseits dürfte es wohl eine sehr blauäugige Hoffnung sein, dass Eltern gerade derjenigen jungen Menschen, die beim „Walltreffen“ für Randale sorgen, noch in irgendeiner Form Einfluss auf den Nachwuchs hätten. Dennoch: Jeder Versuch, Bewusstsein für die Problematik zu erzeugen, ist im Grundsatz zu begrüßen. Vielleicht führt dies auch dazu, dass die Jugendlichen selbst ins Grübeln kommen: Walltreffen ja - aber muss es ein „Wallsaufen“ werden?

Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Sommerferien wünscht Ihre „HamS“. Uwe Warnecke

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Erstellt:
4. Juli 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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