Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Allein im Landkreis Nienburg sind am kommenden Sonntag 98 500 Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ein neues Europäisches Parlament zu wählen. Europäisches Parlament? Europawahl? Seit Wochen bemühen sich Politikerinnen und Politiker aller Coleur darum, den Menschen in Stadt und Kreis die Bedeutung des Europäischen Parlament näher zu bringen. Und auch in den Rathäusern wurden gewissenhaft alle Vorkehrungen dafür getroffen, dass besagte 98500 Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen könnten. Wohl gemerkt: könnten. Optimisten hoffen unverdrossen auf eine Wahlbeteiligung von 40 Prozent. Bei nienburg-online gaben knapp 30 Prozent der Besucherinnen und Besucher an, zur Wahl gehen zu wollen. Zehn Prozent waren noch unentschlossen. Und Hand aufs Herz: Ist Ihnen womöglich auch bisher noch nicht so ganz klar geworden, warum es wirklich so wichtig ist, ein aus sage und schreibe 732 Abgeordneten bestehendes Parlament zu wählen, von dem man oft genug den Eindruck hat, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere macht? Andererseits: Was ließe sich heute noch ohne EU-Fördermittel realisieren? Auch ist längst abzusehen, dass die Bedeutung des Europaparlaments ständig zunimmt, während sich Bund und Länder immer häufiger von europäischem Recht leiten lassen müssen. Also doch wählen gehen? Die zahlreichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die ihre Freizeit am kommenden Sonntag in den Dienst der demokratischen Grundrechte stellen, würden sich in jedem Fall freuen. Sie haben zwar in Gedanken ihre Kartenspiele, mit denen sie sich die Zeit im Wahllokal vertreiben wollen, schon bereit gelegt, hätten aber in jedem Fall mehr Spaß, wenn sie mit der Europawahl richtig gut zu tun hätten. Eine Erleichterung bedeutet aber in jedem Fall der Umstand, dass die Wahllokale erstmals nur bis 18 Uhr geöffnet zu sein brauchen, so dass die Hilfsbereitschaft der Wahlhelfer nicht über Gebühr strapaziert werden dürfte. Apropos Hilfsbereitschaft: Es gibt sie tatsächlich noch. Das bekamen dieser Tage zwei Damen mittleren Alters zu spüren, deren abendliche Fahrradtour nach einem leckeren Eis in einem netten Bistro in Nienburgs Innenstadt mit einer Reifenpanne ein jähes Ende fand. Flickzeug? Fehlanzeige. Hätte eh nicht geholfen. Handy? Ebenfalls Fehlanzeige. Schließlich wollte man ganz in Ruhe quatschen. Glücklicherweise gab es aber noch die beiden netten Herren in der Pförtnerloge von Rexam. Und die Schwägerin, die die beiden Ausflüglerinnen nebst Fahrrädern zu Nacht schlafender Zeit wohl behalten nach Hause chauffierte.

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag.

Edda Hagebölling

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Erstellt:
6. Juni 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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