Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Fußball-Fans waren am Mittwoch wieder einmal enttäuscht. Die deutsche Nationalmannschaft gewann zwar deutlich mit 3:0 gegen Belgien, aber ein schönes Spiel ist eben doch etwas anderes. Wirklich packende Szenen gab es nicht, Spannung oder Spielfreude fehlten schon.

Doch damit waren die deutschen Kicker nicht allein. Wer sich im Anschluss von anderen Freundschafts-Länderspielen die Zusammenfassungen im Fernsehen ansah, der hörte von den Kommentatoren immer wieder das Gleiche: Zurückhaltung war angesagt, manche Stars wurden ganz geschont, anderen wurde zumindest unterstellt, dass sie eher an den nächsten Liga-Spieltag als an ein wirklich sehenswertes Spiel dachten.

Verständlich ist das alles, schließlich verdienen Profifußballer ihr Geld in den Vereinen - und zwar nicht zu knapp. Da riskiert man in einem Testspiel wohl nur ungerne Blessuren. Aber: Warum werden solche Spiele dann noch für teures Geld vermarktet? Solange die Fans das Geld aber immer noch ausgeben, können es sich die Macher in diesem Geschäft leisten. Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch für andere Sportarten, in denen Gehälter der Akteure ebenso wie Eintrittsgelder in Höhen entfleucht sind, die jegliches Augenmaß vermissen lassen.

Von 4,3 Millionen Jahresgehalt für Marcio Amoroso war in diesen Tagen zu lesen. Das ist ein Beispiel. Wenn er nur ein Viertel davon bekommen würde, wäre er immer noch ein Top-Verdiener. Und mit dem restlichen Geld könnte viel bewegt werden.

Zugegeben, ändern an dieser inflationären Entwicklung kann man allein in Deutschland nichts. Aber erste zarte Ansätze sind (endlich) zu verspüren. Das ist der richtige Weg.

Leistung soll sich lohnen, daran besteht kein Zweifel. Aber solche Auswüchse könnten vermieden werden – nicht nur im Sport.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
4. April 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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