Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

„Bangemachen gilt nicht“ - sagt jedenfalls der Volksmund. Doch diese Weisheit gilt offensichtlich nicht für alle Menschen, auch nicht für jene, die nach eigener Aussage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unterwegs sind, um Gebührenpreller ausfindig zu machen.

Ein derartiges Erlebnis hatte in dieser Woche ein Vereinsvorsitzender aus Nienburg. Seine Tochter hatte ihn bereits darauf vorbereitet, dass nachmittags ein Mann geklingelt habe, der irgendetwas von einer Karte erzählte, über die er mit dem Vater sprechen wolle. Halb im Scherz, halb ernst hatte sie hinzugefügt, dass dieser Mann ihr Angst gemacht habe.

Tatsächlich klingelte der Besagte abends nach 19 Uhr an der Haustür - und konfrontierte den Vereinsvorsitzenden mit der Frage, warum denn sein Verein eine Anmeldung bei der GEZ ausgerechnet zeitgleich mit einem Erinnerungsschreiben vorgenommen habe. Anders ausgedrückt: Wenn so eine Zeitgleichheit vorliege, gehe man davon aus, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Subtil, aber in jedem Fall in der vermeintlichen Konsequenz ziemlich bestimmt fielen Begriffe wie Bußgeld und „da reagiere ich allergisch“ und Ähnliches. Wohlgemerkt: Der Verein hatte freiwillig ein neu aufgestelltes Fernsehgerät in einem Jugendraum angemeldet – und musste sich nun auch noch durch die Blume Vorwürfe anhören.

Ein am Kunden orientiertes Verhalten sieht anders aus, ein freundlicher Brief hätte eventuell auch gereicht, um Klarheit zu schaffen. Wobei die Tatsache, dass eine freiwillige GEZ-Anmeldung derartiges auslöst, ohnehin schon befremdlich genug ist.

Und schließlich zeigt sich wieder einmal, dass ehrenamtlich geführte Vereine, die sich um die Jugend kümmern, derzeit wirklich nicht zu beneiden sind. Für ihre gesellschaftlich wichtige Arbeit werden sie immer wieder gelobt, aber selbst Rundfunk-Gebühren werden den Klubs nicht erlassen. Für schöne Worte kann sich niemand etwas kaufen, und mit Schnüffel-Methoden werden Ehrenamtliche nicht gerade motiviert.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

Zum Artikel

Erstellt:
29. Februar 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.