Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Nienburgs OmniCar steht vor dem Aus. Dieses mittlerweile in die Jahre gekommene System des Anruf-Sammel-Taxis ist zu teuer und dürfte nun dem Rotstift zum Opfer fallen. So jedenfalls ist der derzeitige Stand der Diskussion im Nienburger Rathaus.

In den 80er Jahren war OmniCar mit großen Vorschusslorbeeren gestartet. Schon damals war der Betrieb von Stadtbus-Linien eine teure Angelegenheit, und mit der Nienburger Variante OmniCar sollte das deutlich kostengünstigere Anruf-Sammel-Taxi in der Weserstadt etabliert werden.

Der ganz große Erfolg wurde OmniCar nie – aber es gab viele Jahre lang einen ebenso treuen wie regelmäßigen Nutzerkreis, der die Chance nutzte, beispielsweise nach dem Theaterbesuch oder auch nach einer privaten Feier von der nahe gelegenen Bushaltestelle bis vor die Haustür chauffiert zu werden.

Diese Mischung aus Bus und Taxi war allerdings von jeher ein Zuschussgeschäft für die Stadt. Jede Fahrt kostete einige Mark (und zuletzt einige Euro) aus dem Stadtsäckl. Nur bei voll besetztem OmniCar wäre mit dem Einzelpreis eine Kostendeckung erreichbar gewesen, doch dann lohnte sich manches Mal auch schon der direkte Taxi-Ruf. Und bei alleiniger Nutzung wäre eine komplette Bezahlung durch den Fahrgast eben viel zu kostspielig geworden.

Aus diesem Dilemma versuchte die Stadt seit vielen Jahren gar nicht mehr herauszukommen, sondern man ließ es ganz bewusst ruhig werden um das OmniCar-Angebot. Das Motto lautete offenkundig „Biete Gutes und halte bloß den Mund darüber“ – was nicht verwunderlich war, denn jeder neue Nutzer belastete den städtischen Haushalt.

Nun bringt der akute Sparzwang wohl das Ende für OmniCar – ebenso wie für viele andere freiwillige Leistungen, die zusätzliche Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden ausmachen. Traurig, aber wahr.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
25. Januar 2004, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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