Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Waren das noch schöne Zeiten, als die Post vormittags im Briefkasten lag. Zugegeben, es gab schon immer Orte und damit auch Briefempfänger, die aus unterschiedlichsten Gründen von der Post erst nachmittags bedient wurden. Doch seit das ehemals staatliche Unternehmen nun den über Jahrzehnte bekannten Briefträger mit dem Fahrrad in Rente schickte und stattdessen die Brief- und Paketzustellung kombinierte, gehören selbst die Städter zu jenen Menschen, die sich daran gewöhnen müssen, wichtige Unterlagen erst nachmittags zu erhalten. Gerade für kleinere Firmen und Freiberufler bedeutet dies manchmal einen Tag Verzögerung bei der Bearbeitung von Kundenwünschen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass auch der Absender seine Briefe nicht mehr zum Feierabend in den Briefkasten stecken darf – denn dann dauert es noch einen Tag länger.

Was waren das noch für schöne Zeiten, als ein Brief heute Abend eingesteckt und morgen früh bereits gelesen werden konnte. Damals warb die Deutsche Post noch mit diesen kurzen Laufzeiten.

Doch es gibt noch andere Kritik. Dass die Umwelt mit dem dauernden Anhalten und Anfahren der Postautos nicht gerade entlastet wird, ist allen klar. Damit aber nicht genug: Zahlreiche Zusteller klagen über deutlichen höheren Zeitaufwand. Postkunden monieren, dass die Zusteller häufig wechseln und damit die Qualität nachlassen würde.

Früher lieferte die Post selbst falsch adressierte Briefe richtig aus, da genügte den pfiffigen Zustellern mit Ortskenntnis nur ein Vereins- oder Firmenname.

In den zurückliegenden Monaten mehrten sich hingegen die Fälle, in denen sogar korrekt adressierte Briefe an (nicht unbedingt unbekannte) Firmen mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ zurückgeschickt wurden. Das ist peinlich.

Es wäre falsch, den Schwarzen Peter jetzt den Bediensteten in der Zustellung Vorwürfe zu machen. Sicher: Sie haben letztlich den Fehler begangen. Aber ob nicht eher das Management die Verantwortung dafür trägt?

So jedenfalls treibt man immer mehr Leute dazu, Post elektronisch zu versenden. Das ist allemal schneller – und günstiger.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
2. November 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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