Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

In einer Woche wird in der Kreisverwaltung die Wachablösung erfolgen. Mit dem Eintritt von Oberkreisdirektor Dr. Wilfried Wiesbrock in den Ruhestand endet nicht nur die Ära dieses geradlinigen, zuweilen verbissenen, immer in der Sache stark engagierten höchsten Beamten des Landkreises – auch die Funktion des Oberkreisdirektors an sich wird damit Geschichte.

Abgelöst wird Dr. Wiesbrock bekanntlich von Heinrich Eggers, dem bisherigen ehrenamtlichen Landrat. Er wird der erste „eingleisige“ Landrat werden, also politische und verwaltungsseitige Funktion vereinen.

Eggers zitierte Dr. Wiesbrock anlässlich der Verabschiedung: „Es ist nicht sicher, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber wenn es besser werden soll, muss es anders werden.“ Der scheidende OKD hat diesen Leitspruch häufig benutzt und damit aufgezeigt, dass in jeder Veränderung Chancen liegen – so gesehen hat er seinen eigenen Abschied naturgemäß auch als Chance gesehen.

Man darf gespannt sein, was sich verändern wird. Ein neuer Kopf – das bedeutet immer auch neuer Stil und neue Ideen. Aber wie gesagt: Nicht alles, was neu ist, ist auch besser. Eine Antwort darauf kann nur die Zeit bringen.

Mit der Änderung des Kommunalrechts und der Einführung der Eingleisigkeit an der Spitze der Kommunen verbanden deren Befürworter eine Menge an Hoffnungen und Wünschen. Längst nicht überall ist dies Wirklichkeit geworden. Landauf, landab gibt es Beispiele dafür, dass die Eingleisigkeit auch zur Einseitigkeit werden kann. Hier fühlt sich die Verwaltung vom Politiker an der Spitze „verkauft“, dort sind es die ehrenamtlichen Politiker, deren Einfluss arg minimiert worden ist – zumindest in der Praxis.

In den Kommunen des Kreises scheint zwar nicht alles harmonisch, aber auch nicht völlig konträr zu laufen. Insofern bietet die Mittelweserregion keine offenkundigen Beispiele für extreme Veränderungen. Auch wenn hier und da hinter vorgehaltener Hand schon manches gemunkelt wird.

Heinrich Eggers als erster eingleisiger Landrat wird sicherlich nach einigen Monaten für sich selbst ein Resümee ziehen, ob er als alleiniger Chef besser dran ist oder ob die Zeit mit einem Pendant in der Verwaltung nicht vielleicht doch ihre Vorteile hatte.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
12. Oktober 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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