Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Auch fast zwei Wochen nach Bekanntwerden der Kabinettsentscheidung ist die schlimme Nachricht von der beabsichtigten Schließung der Fachhochschule noch längst nicht verdaut. Nein, vielmehr wird es immer mehr Menschen bewusst, welcher Schaden der Region mit dieser Entscheidung der Landesregierung zugefügt wird.

Die Aktivitäten wurden in den zurückliegenden Tagen massiv verstärkt. Round-Table-Gespräche, Internet-Foren und sogar eine Demonstration – Unmut, Wut und eine gewisse Hilflosigkeit drücken sich gleichermaßen aus.

Jetzt gilt es, alles in die Waagschale zu werfen, was die Region zu bieten hat. Wieviel ist das eigentlich? Gibt es in Hannover eine Nienburg- oder Mittelweser-Lobby? Wohl kaum. Denn in wirklich bedeutsame Funktionen haben es Vertreter aus dem Kreis Nienburg eher selten gebracht. Das könnte jetzt ein wesentlicher Nachteil sein.

Es ist schon bittere Ironie des Schicksals, dass die ursprünglich als Jubelfeiern geplanten Veranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen der Fachhochschule nun zu Trauer- und/oder Überlebensanlässen werden. Da hat Hannover der Mittelweserregion mächtig etwas eingebrockt.

Der Kampf ums Überleben der Fachhochschule sollte zäh und engagiert geführt werden. Wenn zu früh aufgegeben wird, könnte das vielleicht letzte Fünkchen Hoffnung auch noch verglimmen.

Hinter vorgehaltener Hand wird allerdings auch gemunkelt, dass deutlichere Anzeichen für eine bevorstehende negative Entscheidung schon viel früher zu erkennen waren, als es die Öffentlichkeit bisher weiß. Was wurde wann unternommen? Wurden die richtigen Kanäle angezapft? Fragen über Fragen, die derzeit landauf, landab diskutiert werden.

Jede einschneidende Maßnahme ist bitter, weil es immer Verlierer gibt. Die besten Argumente werden dann vom Tisch gewischt, wenn man selbst betroffen ist. Das ist eine natürliche und nur allzu verständliche Reaktion. Wenn aber – wie im Fall der Fachhochschule – eher der Eindruck entstehen kann, dass man nur deshalb "verliert", weil andere mehr Einfluss haben, dann wird aus Enttäuschung schnell Zorn. Doch auch der bewirkt gar nichts. Nein, Nienburg und der Landkreis müssen endlich hart daran arbeiten, mehr Gewicht in Hannover zu erlangen - auf vielen Ebenen. Das hat nichts mit Vetternwirtschaft zu tun – das ist auch in anderen Bereichen reine Überlebensstrategie.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
5. Oktober 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

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