Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Christian Klotz, eigenem Bekunden zufolge der Marketing-Fachmann Europas, der in den meisten Städten gearbeitet hat, dürfte in Nienburg nachhaltige Wirkung hinterlassen haben. Mit seinem Vortrag „Die Zukunft unserer Innenstadt“ setzte er vermutlich wieder einiges in Bewegung – oder beschleunigte die Debatten darüber zumindest.

Klotz referierte sehr plakativ, setzte „Zuckerbrot und Peitsche“ ein, um seine Ansichten an den Mann oder die Frau zu bringen. Das selbst ernannte Universaltalent (Einzelhändler, „grüner“ Landwirt, Journalist, Tourismus-Fachmann etc.) bot für alle etwas – niemand im Saal dürfte ohne einen oder mehrere Gedankenanstöße nach Hause gegangen sein, zumindest aber mit dem Bewusstsein „das habe ich schon immer gesagt“.

Kleiner Schönheitsfehler in der Klotz-Darstellung: Nicht alles passte zusammen, manches war in sich nicht schlüssig. Oder es dürfte an den Finanzen scheitern. Wem hilft es, jetzt noch großflächige Ansiedlungspolitik früherer Jahre zu kritisieren. Wir haben die „grüne Wiese“ mit ihren Märkten, da hilft kein „hätte“ und „wäre“.

Doch Klotz hat auch vieles gesagt, was sich nicht nur die Nienburgerinnen und Nienburger ins Stammbuch schreiben sollten. Er forderte Engagement und Eigeninitiative, insbesondere vom Einzelhandel. Er forderte, nicht in Gruppeninteressen oder gar Parteipolitik zu verfallen, wenn es um die Zukunft der Stadt geht.

Diesen Ansatz kann man nur bejahen – man kann ihn sogar ergänzen. Es muss auch über kommunale Grenzen hinaus gedacht werden. Beispiel: Was nützen Lenkungsmaßnahmen im Mittelzentrum Nienburg zur Stärkung der Innenstadt (beispielsweise durch restriktive Politik bei der Neuansiedlung auf der grünen Wiese), wenn sich im „Speckgürtel“ die Kommunen darüber nur freuen würden. Wenn Märkte auf die grüne Wiese wollen, dann finden sie vermutlich immer verkehrsgünstige Standorte insbesondere entlang der B 6.

Vieles, was er in Nienburg gesehen und erlebt hat, fand Klotz lobenswert, vom Stadtkontor über die Stadtsanierung bis zum hohen Service in der Gastronomie. Darauf lässt sich aufbauen, damit lässt sich die Klotz-Botschaft „Sie müssen nach draußen verkünden, dass Sie gut sind“ umsetzen.

Beherzigen sollten alle Beteiligten den Ratschlag, nicht Zauderei und Nörgelei nach außen zu kehren sowie nicht immer nur andere aufzufordern, endlich etwas zu tun, sondern gemeinsam anzupacken.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

Zum Artikel

Erstellt:
16. März 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.