Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Langsam scheint sich das Wirrwarr um das seit Jahresbeginn zu erhebende „Dosenpfand“ etwas zu lichten. Eigentlich hat es viel zu lange gedauert.

Das Zwangspfand auf Einweg-Verpackungen ist eine von vielen im Grundsatz als richtig empfundene Maßnahme. Wer an Wegränder, in öffentliche Mülleimer oder einfach nur auf die Straßen schaut, der kann eigentlich nur begrüßen, dass sich etwas tut, um die Müllflut und vor allem die gedankenlose „Entsorgung“ einzudämmen.

Allerdings scheint in Sachen Dosenpfand wieder einmal eine weite Lücke zwischen guter Idee und Ausführung zu klaffen. Es gibt keine generelle Regelung, die sich an der Verpackungsart festmachen lässt. Vielmehr bestimmt der Inhalt, ob für eine Einweg-Plastikflasche nun Pfand zu erheben ist oder nicht. Da dürften reichlich Lobby-Interessen im Hintergrund gestanden haben.

Viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass Hersteller und Handel bis zur letzten Minute versucht haben, die ganze Angelegenheit zu kippen. Da wurde gar nicht der Versuch unternommen, gemeinsam mit der Politik ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem zu entwickeln. Erst nach Einführung des Pfandes – als auch die letzten Versuche vor den Gerichten gescheitert waren – raufte man sich zusammen. Man darf gespannt sein, ob im Herbst wirklich ein vernünftiges System auf die Beine gestellt sein wird.

Eigenartigste Auswüchse gibt es aber auch im Kleinen. Da waren bis vor kurzem in heimischen Geschäften vereinzelt noch Schilder mit der Aufschrift „Kein Pfand auf Dosen“ zu sehen.

Angenehm fällt in diesem Zusammenhang die Werbung einer großen deutschen Brauerei auf, die für ihr Premium-Bier mit dem Hinweis darauf wirbt, dass Mehrweg die bessere Alternative sei.

Vielleicht klappt es ja mittelfristig doch noch mit der Einsicht, dass Müllvermeidung der beste Weg ist.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
23. Februar 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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