Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Derzeit wird in vielen Haushalten wieder einmal über die Veränderungen in der Müllabfuhr und die daraus resultierenden veränderten Gebühren debattiert.

Was für viele Menschen bereits im Sommer vorigen Jahres ein Thema war, scheinen einige erst jetzt wirklich wahrgenommen zu haben. Auslöser dürften die Gebührenbescheide gewesen sein. Plötzlich beginnt eine Debatte wieder, die eigentlich schon im Vorfeld zu führen gewesen wäre. Aber das ist ja häufig so: Erst wenn etwas wirklich konkret wird, beschäftigen sich Menschen damit.

In einem Punkt allerdings scheint die Aufregung berechtigt, weil kaum plausibel: Alleinstehende, die als einzige ein Grundstück bewohnen, zahlen pro Entleerung der neuen Tonne zwei Euro. Singles, die in einem Zwei- oder Mehrfamilienhaus wohnen, müssen für die gleiche Tonne und die gleiche Abfuhrleistung pro Entleerung 3,65 Euro zahlen. Bei allen administrativen Problemen, mit denen die Verwaltung dies begründet – das ist für Betroffene kaum einzusehen.

Kritiker machen eine einfache Rechnung auf: Gerade in dörflichen Regionen gibt es viele Häuser mit Einliegerwohnungen. Im wahrlich nicht seltenen Fall, dass dort nur eine Witwe wohnt, zahlt sie also den laut Gebührensatzung ermäßigten Betrag. Vermietet sie die Einliegerwohnung, möchte aber auf getrennte Mülltonnen bestehen, erhöht sich ihre Entleerungsgebühr, weil es sich nicht mehr um ein „Ein-Personen-Grundstück“ handelt. Wirtschaftlich betrachtet ist es nicht nur deshalb dumm, mit zwei Personen keine gemeinsame Tonne zu nutzen, denn man spart schließlich auch noch die jährliche Tonnen-Grundgebühr von 94,20.

Der Kreis aber profitiert ohnehin von solchen Sonderwünschen: Zwei Ein-Personen-Haushalte in einem Haus bringen im Normallfall (also gemeinsame Nutzung einer Tonne) eine Jahresgebühr von 152,60 Euro. Würde zweimal die Ein-Personen-Regel angewendet werden, erhielte der Kreis selbst bei reduzierter Leerungsgebühr aus dem gleichen Haus 252,40 Euro. Kein schlechtes Geschäft. Und dennoch will man („weil es so in der Satzung steht“) sogar insgesamt 305,20 Euro. Kommentar überflüssig!

Die Modellrechnung verdeutlicht einmal mehr. dass Bürgerinnen und Bürger wirklich nicht gut beraten sind, nur aus organisatorischen Gründen auf die gemeinsame Nutzung von Mülltonnen zu verzichten. Doch des Menschen Wille ist bekanntlich sein Himmelreich.

Besonders schwierig wird die Lage bei Wohneigentumsanlagen, also den typischen Mehrfamilienhäusern mit mehreren Eigentümern. Die dortigen Wohnungen werden nämlich in der Satzung und bei den Gebührenbescheiden als Grundstücke behandelt, bei den Gebührenbescheiden allerdings wird die „Ein-Personen-Grundstücks-Ausnahme“ nicht zugelassen.

In vielen Fällen hat sich die Verwaltung bei der Einführung der neuen Mülltonnen als flexibel und pragmatisch erwiesen. Das sollte jetzt nicht enden.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
9. Februar 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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