Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Heute ist wieder einmal Wahltag. Endlich - wie viele sagen werden, denn zahlreiche Menschen sind auf Wahlkampf, auf Sonntagsreden, auf Plakate, Anzeigen und Fernsehdebatten gar nicht so gut zu sprechen.

Das ist auch kein Wunder, denn Wahlkämpfe sind heutzutage strategisch geplante Werbekampagnen, bei denen Argumente das eine, die gute „Verpackung“ das andere sind.

„Die machen ja sowieso was sie wollen“, dieses Resignation ausdrückende Urteil wird häufig über Politiker gefällt. Daraus sprechen Frust und Enttäuschung, andererseits aber auch eine gehörige Portion Realitätssinn. Denn eines ist klar: Wir brauchten keine Politikerinnen und Politiker, keine Parlamente und keine Regierungen, wenn wir ihnen nicht das Recht zugestehen würden, Entscheidungen zu treffen. Auch wenn sie uns nicht passen. Das kennen wir aus jeder Firma, ja selbst aus der Familie: Irgendwer muss schließlich das letzte Wort haben.

Wahltage sind also jene Anlässe, an denen Noten verteilt werden. Nicht von 1 bis 6, sondern schlichtweg mit einem Kreuz. Was soviel heißt wie: Du machst das richtig. Oder: Mach Du es besser.

Ganz wichtig dabei: Wahlberechtigte dürfen sich nicht zurückziehen, dürfen nicht auf ihr Recht zur Stimmabgabe verzichten. Was heißt es denn eigentlich, wenn jemand nicht zur Wahl geht? Vielleicht, dass ihm oder ihr Politik völlig egal ist. Denen ist nicht zu helfen. Aber es gibt eben auch viele, die sich eigentlich für Politik interessieren, und mit ihrer Enthaltung angeblich Protest ausdrücken wollen.

Protest? Ist es nicht eher mangelnder Mut zur Entscheidung? Eben dass, was manches Mal der Politik vorgeworfen wird? Wir haben zum Glück nicht ein Ein-Parteien-System. Da wäre Wahlverweigerung konsequent. Doch wenn es Alternativen gibt, sollte es auch möglich sein, sich dafür zu entscheiden, wem man unter dem Strich die bessere Leistung zutraut. Wer mit seiner Stamm-Partei nicht zufrieden ist, sollte sich entscheiden, ob er trotzdem das Kreuz dort macht oder ob er wirklich einmal eine andere Partei wählt. Weil die es vielleicht unter dem Strich doch besser kann.

Eines ist klar: Weder mit der einen noch mit der anderen politischen Partei sind Wählerinnen und Wähler immer zufrieden. Die Gesamtleistung sollte zählen.

Heute Abend wird es Gewinner und Verlierer geben, in Sachen Ladnratswahl vielleicht sogar eine Verlängerung mit der Stichwahl in zwei Wochen. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Manches, was bis heute gesagt wurde, wird schon in wenigen Tagen nicht mehr gelten. In allen politischen Lagern.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
2. Februar 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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