Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Alle reden vom Ministerpräsidenten .... nun ja, alle vielleicht nicht, aber wenn von der bevorstehenden Wahl die Rede ist, dann geht es hauptsächlich um die Frage, ob Amtsinhaber Sigmar Gabriel oder Herausforderer Christian Wulff am 2. Februar als Wahlsieger vor die Kameras treten wird.

Für den Kreis Nienburg sind an diesem Tag andere Fragen ebenso wichtig. Wie stark wird die Region im neuen Landtag vertreten sein, schaffen es die hiesigen Kandidatinnen und Kandidaten, die nicht direkt gewählt werden, über die Liste in den Landtag? Da ist Wahlarithmetik gefragt.

Die eigentlich viel schwerwiegendere Wahl ist aber die Entscheidung darüber, wer für viele Jahre hauptamtlicher Landrat wird. Nicht nur wegen der Dauer der Amtszeit (knapp neun Jahre), sondern auch wegen der Funktion. Schließlich sind es häufig die Dinge vor Ort, die uns betreffen – und über die wird nicht in Hannover oder gar in Berlin entschieden.

Als Mitte der 90er Jahre die Eingleisigkeit bei Bürgermeistern und Landräten eingeführt wurde, setzten die Befürworter viele Hoffnungen in die Neuregelung. Vermutlich die wenigsten davon wurden erfüllt. Speziell aus der (ehrenamtlichen) Politik sind immer mehr Klagen darüber zu hören, dass der Einfluss der gewählten Gremien auf die tatsächliche Umsetzung in den Verwaltungen deutlich gesunken ist. Das würde bedeuten, dass auch der Einfluss der Wählerinnen und Wähler immer geringer wird und das wäre gerade im kommunalen Bereich schade.

Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst haben es nicht leicht. Zumindest die Mehrheit von ihnen verdient nicht gerade viel, aber sie stehen häufig in der Kritik. Andererseits gibt es auch viele, die sich der Tatsache bewusst sind, dass sie schon die sprichwörtlichen silbernen Löffel stehlen müssen, um ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Selbst wenn die Leistung nicht stimmt.

So ist es kein Wunder, dass die Kritik gerade aus der Politik nicht verstummt, die sich häufig an verzögerter Umsetzung, an bürokratischen Entscheidungen und an zu geringer Bürgernähe festmacht.

Früher sei es besser gewesen, so hört man heute hinter vorgehaltener Hand. Wenn jemand sich ungerecht behandelt fühlte, dann habe ein Gespräch mit den gewählten Vertretern mehr Chancen auf Erfolg gehabt. Das sind sicherlich subjektive Empfindungen - aber bekanntlich gilt, dass auch Feuer ist, wo Rauch wahrgenommen wird.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
19. Januar 2003, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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