Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Nur noch gut zwei Wochen, dann werden im gesamten Landkreis erstmals nach gut drei Jahrzehnten wieder Mülltonnen abgeholt. Kunststoff-Behälter lösen die über viele Jahre benutzten Müllsäcke ab.

Die Verteilung der neuen Mülltonnen war keine leichte Aufgabe. Alle Haushalte mit den richtigen Größen zu bedienen, die zahlreichen Fragen, Wünsche und Einwände dabei zu berücksichtigen, das alles machte die Aufgabenstellung nicht leichter.

Völlig reibungslos kann eine Aktion dieser Dimension nicht laufen. Und so wundert es wohl auch niemanden, dass hier und da nachgebessert werden muss. Nicht nur, weil Bürgerinnen und Bürger plötzlich ihren Tonnen-Bedarf doch anders einschätzen, sondern auch, weil es natürlich administrative Fehler gegeben hat. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das sollte hingenommen werden.

Nachdenklich werden darf man aber über die Art, wie manche Unebenheiten ausgebügelt werden sollen. Nur ein Beispiel sei genannt: Die Müllgebühren für Gewerbebetriebe können auch direkt von diesen gezahlt werden, während bei Wohngebäuden grundsätzlich der Eigentümer Rechnungsempfänger für den Landkreis ist. Kein Wunder, dass da auch einmal ein Name falsch in das Computersystem eingegeben wird. Also, Mail an den Landkreis schicken, dass die Tonnen zwar richtig „sortiert“ geliefert worden seien, aber der Rechnungsempfänger fehlerhaft ist. Man möge dies doch ändern. Kein Problem, so die freundliche schriftliche Antwort, die Tonnen würden getauscht. Getauscht? Der Empfänger wundert sich und greift zum Hörer. "Warum zwei Tonnen gegen Exemplare gleicher Größe tauschen, fragt der interessierte Bürger. Könne man nicht einfach den Rechnungsempfänger im Computerprogramm ändern? Das wäre auch gegangen, so die Antwort. Aber jetzt sei die Benachrichtigungskarte nach Hoya (zur Weserwertstoffgesellschaft) schon raus. Das könne man nicht mehr ändern.

Na ja, sagt sich der Steuerzahler. Das ist zwar teuer, aber wegen der unerwartet kurzen Reaktionszeit wohl nicht mehr zu verhindern. Wer weiß, was sonst noch passiert? Also wird eben ein Lastwagen zwei Tonnen von Hoya nach Nienburg karren, diese gegen Tonnen gleicher Größe tauschen und wieder zurückfahren.

Mehr als zwei Monate vergehen, nichts passiert. Hat es wohl doch noch geklappt mit der Adress-Änderung? Weit gefehlt. Gewissermaßen auf den letzten Drücker meldet sich die WWG doch noch, am nächsten Morgen in aller Frühe sollen die Tonnen getauscht werden. Ach ja, richtig, der "Tausch-Auftrag" aus dem Kreishaus war ja nicht mehr zu stoppen. Oder wäre es vielleicht doch machbar gewesen? In mehr als zwei Monaten?

Wieviel Grundgebühr pro getauschte Tonne hätte man für diesen Aufwand wohl weniger erheben können?

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
15. Dezember 2002, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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