Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

In weitgehender Einmütigkeit haben Heinrich Eggers (CDU) und sein Gegenkandidat um die Position des hauptamtlichen Landrats, Gerd Linderkamp (SPD), jetzt in einer Auftaktveranstaltung zum Wahlkampf die Bedeutung des Ehrenamtes für unsere Gesellschaft herausgehoben.

Wie nicht anders zu erwarten, sangen beide Kandidaten ebenso wie seit Jahren viele andere Politiker das hohe Lied von der gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung der Vereine und Verbände. Das freut die Verantwortlichen – löst aber deren Probleme nicht.

Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer, Sozialabgaben, Berufsgenossenschaft, Aufsichtspflicht, Antragsfristen – das sind nur ein paar Begriffe, die Vereinsvorstände heutzutage beschäftigen. Dem eigentlichen Vereinszweck hat man sich noch nicht eine Sekunde gewidmet, selbst wenn Ehrenamtliche schon viele Stunden ihrer Freizeit eingesetzt haben.

Zugegeben, für die immer höher werdenden Anforderungen an die Vereinsverwaltung ist nicht die Kommunalpolitik zuständig. Die jedoch könnte – wenn Sonntagsreden ernst genommen würden – an anderer Stelle für Abhilfe sorgen. Denn noch längst verstehen sich nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Stadt- und Kreisverwaltungen als Dienstleister. Da wird der Vereinsvertreter sehr schnell zum Bittsteller – zum unerwünschten sogar, weil natürlich jede Angelegenheit zusätzliche Arbeit macht. Wohlgemerkt: Es gibt viele engagierte Menschen in den Rathäusern, die hilfsbereit sind und den Worten der Politik Taten folgen lassen. Aber es gibt auch zahlreiche andere Beispiele. Werden Vereine bei baulichen oder organisatorischen Änderungen an Sportstätten gefragt, ob dies aus ihrer Sicht sinnvoll ist? Wohl in den seltensten Fällen – obwohl die Vereine häufig diese Anlagen mehr nutzen als die Schulen. Wenn’s um Entscheidungen geht, sind Klubs allerdings häufig noch das fünfte Rad am Wagen. Beispiel Nutzung der kreiseigenen BBS-Halle: Sonntags sind nur noch bis Mittag regelmäßige Wettkämpfe zugelassen. Für viele Veranstaltungen eine viel zu kurze Zeit. Ausnahmen sind möglich, auf gesonderten Antrag und mit entsprechender Begründung. Kein Problem, schließlich haben ja Vereinsvorstände, Trainer oder Jugendleiter auch nichts Besseres zu tun, als noch einen Antrag mehr zu formulieren.

Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen. Es ist an der Zeit, dass Entscheidungen, die letztlich ehrenamtlich Tätige betreffen, vorher mit diesen besprochen werden. Das wäre Anerkennung für das Ehrenamt, die über schöne Worte weit hinaus geht.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
3. November 2002, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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