Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Eine Woche noch bis zur Bundestagswahl - bis zur Entscheidung in einem Wahlkampf, der vergleichsweise leidenschaftslos geführt wird. Es gibt weder die „guten alten Lagerwahlkämpfe“, wie sie bis Ende der 80er Jahre noch ausgetragen wurden, es gibt auch keine Personen, an denen sich im Positiven wie im Negativen die Emotionen so richtig festmachen ließen, wie es einst bei Franz-Josef Strauß oder Willy Brandt der Fall war.

Irgendwie, so scheint es, werden die Konturen politischer Angebote und der Handelnden kaum noch klar. Liegt es am mangelnden Profil der Menschen, die Politik machen? Oder liegt es vielmehr doch daran, dass unsere Gesellschaft in erheblichem Maß von ganz anderen Kräften bestimmt wird, so dass die Politik und die politisch Handelnden eigentlich gar nicht mehr die wirklichen Akzente setzen können.

Es mutet wie ein Scheingefecht an, wenn hüben wie drüben in den politischen Lagern behauptet wird, man habe das richtige Konzept beispielsweise gegen die Arbeitslosigkeit. Wirklich?

Sicherlich, Akzente können gesetzt werden durch weitblickende Politik und entsprechende Entscheidungen. Aber alleine durch Gesetze und Reformen lässt sich am Markt nichts bewegen. Angebot und Nachfrage regeln bekanntlich den Preis, ebenso liegt es nur in den Händen der Konsumenten, ob die Konjunktur wieder anläuft. Wichtiger noch: Auch die großen und kleinen Firmen sind gefragt, denn auch sie kurbeln den Markt an, wenn sie wieder mehr investieren, Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder neue Entwicklungen vorantreiben. Doch überall - ob privat oder in den Betrieben - ist derzeit noch Schmalhans Küchenmeister. Zugegeben, die Zeiten sind nicht rosig, eine gesunde Vorsicht und Sparsamkeit scheinen angeraten. Fast überall, so scheint es, soll erst wieder etwas ausgegeben werden, wenn es vorher in der eigenen Kasse kräftig geklingelt hat. Doch wenn dieser Kreislauf von Ausgabenverzicht und fast schon manischem Sparzwang nicht durchbrochen wird, dann bleibt auch das Konjunkturbarometer im Keller.

Einen schönen Sonntag wünscht Ihre „HamS“.

Uwe Warnecke

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Erstellt:
15. September 2002, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 00sec

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