23.03.2021 Von Die Harke

Hanföl – dieses Kosmetikprodukt ist ein echter Überraschungserfolg

Hautcremes, Shampoos oder Seifen werden gerne damit beworben, dass sie besonders edle Pflanzenöle enthalten. Jojoba, Argan, Macadamia oder Avocado gelten als besonders hautfreundlich und liefern wertvolle Fettsäuren. Auf die Idee, Hanföl in Kosmetikprodukten zu verwenden, wäre jedoch kaum jemand gekommen. Bis vor kurzem, denn quasi über Nacht hat sich dieses Öl zum echten Star in der Beauty-Szene entwickelt. Woher Hanföl kommt und warum es mittlerweile so oft in Kosmetik auftaucht, erklärt dieser Artikel.

Was ist Hanföl und wie wird es hergestellt?

Hanföl wird aus den Samen des Nutzhanfs gewonnen. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Verfahren zur Extraktion. Für die Herstellung von Speiseöl wird die Kaltpressung bevorzugt, weil die Nährstoffe im Öl dabei besser erhalten bleiben. Für die kosmetische Nutzung werden aber zum Teil auch chemische Verfahren genutzt. Zu den Bestandteilen von Hanföl zählen unter anderem Vitamin E, Phosphor und Kalium. Außerdem enthält es einen großen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dazu gehören auch die Omega-3-Fettsäuren, die als besonders gesund gelten. Weil der Mensch diese Fettsäuren nicht selbst bildet, können sie dem Körper nur von außen zugeführt werden. Hanföl ist nicht zu verwechseln mit CBD-Öl, das aus den Blüten des Hanfs gewonnen wird und als Nahrungsergänzung verkauft wird.

In welchen Produkten wird Hanföl eingesetzt?

Grundsätzlich kann Hanföl in Kosmetik zahlreiche andere Öle ersetzen. Die Vielfalt der Produkte mit Hanföl ist daher groß. Häufig wird es in der Hautpflege eingesetzt, etwa in Tagescremes, in Gesichtsöl oder in Seren. Wenn Hanföl dort ganz hinten in der Zutatenliste auftaucht, ist der Anteil gering. Das deutet darauf hin, dass es nur aus Imagegründen enthalten ist. Bei einigen Produkten steht Hanföl aber auch weit vorne in der Zutatenliste. In diesem Fall kann es maßgeblich zur Wirkung beitragen. Immer öfter ist Hanföl aber auch als pflegende Komponente in Make-up enthalten. Ob Primer oder Lipgloss, Augenbrauengel oder Nagelöl: Fast jedes erdenkliche Produkt gibt es mittlerweile mit Hanföl. Sogar bei einigen Seifenmanufakturen kommt Hanföl mittlerweile zum Einsatz. Das ist nicht nur der Mode geschuldet. Aufgrund seiner Zusammensetzung eignet sich Hanföl auch zur Hautpflege.

Warum eignet sich Hanföl für Kosmetik?

Der Hauptgrund für das große Interesse an Hanföl in der Kosmetikbranche ist die Zusammensetzung seiner Fettsäuren. Mit bis zu 80 % hat es einen höheren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren als die meisten anderen Pflanzenöle. Zu rund 50 % besteht es aus Linolsäure, die ein wichtiger Bestandteil der Epidermis ist. Als Baustein der Ceramide ist sie am Aufbau der natürlichen Hautbarriere beteiligt und schützt die Haut somit vor dem Austrocknen. Mit bis zu vier Prozent hat Hanföl auch einen besonders hohen Anteil an Gamma-Linolensäure. Sie kann vom Körper in entzündungshemmende Eicosanoide umgewandelt werden und so gereizte Haut beruhigen. Zudem enthält Hanföl Vitamin E, das als Antioxidans wirkt und für eine gesunde Hautfunktion benötigt wird.

Nutzhanf wird nicht nur zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Kosmetik verwendet. Auch als nachwachsender Rohstoff hat die Pflanze großes Potential. Auch in Deutschland bauen daher immer mehr Bauern Hanf auf ihren Feldern an. Die gute Verfügbarkeit von Hanföl dürfte dafür sorgen, dass es auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Kosmetikindustrie spielt.

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Erstellt:
23. März 2021, 09:29 Uhr
Lesedauer:
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