Die „Aktiven Senioren der VHS“ besuchten jetzt das Nienburger Klärwerk. VHS NIenburg

Die „Aktiven Senioren der VHS“ besuchten jetzt das Nienburger Klärwerk. VHS NIenburg

Nienburg 03.11.2017 Von Die Harke

Harte Prüfung für die Nasen

VHS-Senioren besuchten das Klärwerk Nienburg

Ihre Nasen steckten die „Aktiven Senioren der [DATENBANK=4173]VHS[/DATENBANK]“ beim jüngsten Treffen in das Klärwerk. Dort wurden sie von Abwassermeister Mark Kuhlenkamp informiert und durch die fast vollautomatisch arbeitende Anlage geführt. Die Gruppe blieb am Sandfang stehen und beobachtete, wie aus dem im 50 Meter langen, belüfteten Sandfangbecken langsam vorbeifließenden Abwasser kleine Bläschen aufstiegen. Kuhlenkamp erläuterte, dass hier die Arbeit der Bakterien beginnet. Mit Hilfe von Sauerstoff wandelten sie Nitrat um. Die Bläschen seien in die Luft aufsteigendes CO2. Einige der an diesem Tage beantworteten Fragen waren, ob durch die Biogas- und Stromerzeugung die Anlage energieautark sei. „Ja, aber nicht, was die Kosten angeht, denn für den abgegebenen Strom bekommen wir sieben Cent pro Kilowattstunde, einkaufen müssen wir ihn aber für 28 Cent“, bedauerte Kuhlenkamp. An etwa zehn bis 20 Tagen im Jahr werde mehr Gas erzeugt, als der Speicher von 200 Kubikmetern aufnehmen könne. Dann werde der Überschuss verbrannt und man sehe eine Fackel brennen.

Was mit dem übrigbleibenden Klärschlamm passiert, interessierte die Senioren ebenfalls. Bisher sei er gegen Bezahlung landwirtschaftlich verwertet worden. Seit dem Inkrafttreten der neuen Klärschlammverordnung dürfe das eine Anlage dieser Größe nicht mehr. Er werde nun bis zu einer „stichfesten Masse“ entwässert, zweimal täglich abtransportiert und in der Nähe verbrannt.

Wie sich die in jüngster Zeit häufiger werdenden Starkregenfälle auswirken, wurde ebenfalls erfragt. „Wenn dann in kürzester Zeit mehr als die doppelte Menge Schmutzwasser aus der Stadt ankommt, müssen wir den saubersten Teil des Wassergemischs aufgrund mangelnder Kapazität leider in die Weser leiten, um die biologischen Prozesse nicht unmöglich zu machen“, erläuterte Kuhlenkamp.

Bei den Auszubildenden sehe es nicht mehr so gut aus wie früher. Derzeit würden drei Auszubildende beschäftigt. Sie wechselten später zu anderen Klärwerken. Schön fände es Kuhlenkamp, wenn sich mehr junge Leute bewerben würden.

Angesichts des an diesem Tage intensiven Geruchs war eine Frage einer Teilnehmerin an Kuhlenkamp, wie sein Körper vor 25 Jahren, als er hier anfing, auf die herumschwebenden Keime reagiert habe. „Ich musste anfangs Sonderschichten auf einem bestimmten Örtchen einlegen. Durchgeimpft wurde ich vorher auch. Doch nach drei Wochen war ich damit durch.

Ansonsten trennen wir hier sehr scharf zwischen einem ,schwarzen‘ und einem ,weißen‘ Arbeitsbereich“. Deshalb bat er die Teilnehmer auch, sich am Ende der Führung die Hände zu desinfizieren. Mit viel Applaus für die Führung Kuhlenkamps, die er in seiner Freizeit ermöglicht hatte, verabschiedete sich die Gruppe.

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Erstellt:
3. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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