Bürgermeister Heiko Lange (rechts) und Knut Petersen zeigen wie die „Mitfahrbank“ funktioniert. „Sind schon welche mitgefahren“, sagt Petersen.Fotos: Achtermann

Bürgermeister Heiko Lange (rechts) und Knut Petersen zeigen wie die „Mitfahrbank“ funktioniert. „Sind schon welche mitgefahren“, sagt Petersen.Fotos: Achtermann

Hassel 17.11.2019 Von Horst Achtermann

Hassel stellt sich für die Zukunft auf

Die Gemeinde Hassel wappnet sich mit Baugebieten, Mobilitäts-Alternativen und Geschäften für die Zukunft

Im Projekt „Hassel 2030“, einem Gemeindeentwicklungskonzept, wurde festgestellt, dass das Thema Mobilität in Hassel in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. „Die Infrastruktur der Daseinsvorsorge hat sich in den letzten Jahren verschlechtert“, sagt Bürgermeister Heiko Lange.

Volksbank und Sparkasse haben ihre Filialen geschlossen. Kein Bäcker ist mehr vor Ort. Der Anteil der über 65-Jährigen wird 2021 auf 25 Prozent prognostiziert. Die Personen werden weniger, die mit einen eigenen Auto fahren wollen oder können. Doch nun tut sich was in der Gemeinde. An vielen Stellen wappnet sich Hassel für die Zukunft.

Der Mobilitätsbedarf für Einkäufe, Arztbesuche und andere Aktivitäten bleiben. „Eine Nutzung des vergleichsweise guten Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV), mit bis zu 20 Fahrten pro Tag, findet für die genannten Zwecke in einem geringen Maße statt“, sagt Bürgermeister Heiko Lange. „Mitfahrbänke“ sind der Ansatz als alternatives Mobilitätsangebot für Jung und Alt. Sie können den ÖPNV ergänzen und die Mobilität der Hasseler Bürger erhöhen.

Eine Pizzeria ist im „Alten Bahnhof“ untergebracht und daneben ein großer Parkplatz und Treffpunkt für Sportler.

Eine Pizzeria ist im „Alten Bahnhof“ untergebracht und daneben ein großer Parkplatz und Treffpunkt für Sportler.

Mitfahrbänke stehen in Hassel im Bereich Hauptstraße 38 (Schlachterei Lange in Fahrtrichtung Hoya), Hauptstraße 23 (Wohn- und Geschäftsgebäude) Richtung Eystrup. In Eystrup befinden sie sich am Bahnhof in Fahrtrichtung Hassel-Hoya und an der Hauptstraße bei der Schlachterei Runge in Fahrtrichtung Hassel. In Hoya: gibt es eine am Parkplatz Famila in Richtung Hassel. Wer mitfahren möchte, muss das Schild mit dem Zielort herunterklappen und Platz nehmen. Wenn ein Autofahrer hält, wird der Zielort abgesprochen und los geht es. Die Rückfahrt kann in der gleichen Form erfolgen.

„Ein große Freude auch bei den Männern vom Bauhof, die mit Lust und Spaß die Bänke in zwei Tagen aufgebaut haben“, erinnert sich Heiko Lange. Die Bänke sind in blauer Farbe, wie sie seit einem Jahr auch in Marklohe stehen, gehalten. „Wegen der Wiedererkennung“, sagt Lange.

Knut Petersen, beruflich mit der Elektromobilität vertraut, begrüßt die geplante Aufstellung von zwei E-Ladesäulen in Verbindung mit Car-Sharing bei der Firma Blind und in der Mitte bei Hogrefe.

Es war richtig was los bei der Einweihung der Geschäftshäuser im Mai in Hassels Mitte.

Es war richtig was los bei der Einweihung der Geschäftshäuser im Mai in Hassels Mitte.

Die Fleischerei Lange, 1958 gegründet, hatte vor vier Jahren den Ladenverkauf eingestellt und war seitdem nur noch mit dem Party-Service unterwegs. Doch am 28. Oktober haben Sylwia Lange und ihre Mitarbeiterin Christiane Vullriede, die vorher bereits 40 Jahre in der Fleischerei gearbeitet hatte, den Verkauf wieder aufgenommen. „Wir fangen erst langsam an, sagt Sylwia Lange.

Zunächst ist von montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Einen Mittagstisch, zum Beispiel Haxen, Sauerkraut und Püree, gibt es für fünf Euro. „Ab nächstem Jahr gibt es morgens in der Woche ab 5 Uhr in der Früh belegte frische Brötchen“, verspricht Sylwia Lange. „Ich bin neulich zum ersten Mal wieder auf den Parkplatz gefahren, ein tolles Gefühl“, schwärmt Einwohnerin Stephanie Lühring.

Fleischerei Lange in Hassel. Bürgermeister Heiko Lange und Einwohnerin Stephanie Lühring freuen sich und kaufen frische Ware. Freundlich bedient von Sylwia Lange (rechts hinten) und Christiane Vullriede.

Fleischerei Lange in Hassel. Bürgermeister Heiko Lange und Einwohnerin Stephanie Lühring freuen sich und kaufen frische Ware. Freundlich bedient von Sylwia Lange (rechts hinten) und Christiane Vullriede.

Im Bahnhof hat sich die Pizzeria „La Cucina“ eingemietet. Der Pendler-Parkplatz daneben wurde von der Gemeinde für 160000 Euro ansehnlich saniert. Das ist ein Lkw-Haltepunkt und Treffpunkt für Sportler, wenn sie zu ihren Punktspielen fahren, sagt der Handballer Knut Petersen.

Das Dorfgemeinschaftshaus ist saniert mit Sitzungsraum sowie Saal und Spiegelsaal für die Tanzsparte des TSV Hassel. Und dann ist da noch das Baugebiet „Hassel Mitte“ mit geplanten zehn Wohneinheiten zu den bereits stehenden Geschäftshäusern und mit der Straße „Am Sudthal“, die Erinnerungen wach hält.

Zum Artikel

Erstellt:
17. November 2019, 12:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.