04.08.2013

Hauseigentümer sind jetzt selbst verantwortlich

Kreisverwaltung: Der Schornsteinfeger kommt nicht mehr ohne Anforderung ins Haus

Landkreis. Seit Anfang des Jahres ist jeder Hauseigentümer selbst für die fristgerechte Ausführung der im Feuerstättenbescheid vorgeschriebenen Schornsteinfegerarbeiten verantwortlich. Beim Landkreis steigen seit dem die Fälle, bei denen aber die nötigen Nachweise gegenüber dem Bezirksschornsteinfeger nicht erbracht werden. Das bedeutet oft Mehraufwand und -kosten für die Eigentümer. „Viele Hauseigentümer sind sich ihrer neuen Pflichten noch nicht bewusst“, erklärt Uwe Sauer, Leiter Fachdienstes Gewerbe, Jagd und Waffen beim Landkreis. Außerdem müssten sich noch die neuen Abläufe bei den Bezirksschornsteinfegern und den durchführenden Schornsteinfegern einspielen. Denn immer öfter sei dies seit der Gesetzesnovelle nicht mehr ein und dieselbe Person.

Der Bezirksschornsteinfeger hat die Aufgabe, die Feuerstätten in seinem Bezirk alle drei- bis vier Jahre zu kontrollieren (Feuerstättenschau). Als Bevollmächtigter des Landkreises legt er darüber hinaus in einem Feuerstättenbescheid genau fest, wann welche Kehr- und Messarbeiten durchzuführen sind.

Mit der termingerechten Ausführung dieser Arbeiten kann der Hauseigentümer jeden zugelassenen Schornsteinfeger beauftragen. Dass diese Arbeiten erfolgt sind, muss dann jedoch gegenüber dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger durch Formblätter innerhalb von 14 Tage nach Fälligkeit nachgewiesen werden. Diese erstellt der durchführende Schornsteinfeger und leitet diese bei einer entsprechenden Absprache mit dem Eigentümer an den Bezirksschornsteinfeger weiter. Verantwortlich für die Übermittlung der Formblätter bleiben rechtlich jedoch immer die Haus- und Grundeigentümer.

„Bei uns häufen sich die Fälle, bei denen die Arbeiten zu früh, zu spät oder gar nicht durchgeführt bzw. nachgewiesen werden“, erklärt Angela Schnitzler, zuständige Sachbearbeiterin für das Schornsteinfegerwesen bei der Kreisverwaltung. „Wir versuchen dann telefonisch einen ersten Kontakt zu dem verantwortlichen Eigentümer aufzunehmen, um die Sachlage aufzuklären.“

Der Landkreis stehe jedoch gesetzlich in der Pflicht, nicht ordnungsgemäß durchgeführten und nachgewiesenen Kehr- und Messarbeiten nachzugehen. Im Zweifel bedeute dies zunächst eine Anhörung, dann einen kostenpflichtigen zweiten Feuerstättenbescheid, Bußgelder oder am Ende, wenn der Eigentümer immer noch nicht aktiv geworden ist, gar eine teure Ersatzvornahme.

„Im eigenen Interesse sollten alle Eigentümer ihre Feuerstättenbescheide überprüfen und sich rechtzeitig um die Beauftragung eines Schornsteinfegers kümmern“, empfiehlt Uwe Sauer, „Außerdem sollte mit dem beauftragten Schornsteinfeger eine klare Absprache getroffen werden, wer die Nachweise an den Bezirkschornsteinfeger übermittelt.“

Auskünfte erteilt neben den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern auch der Landkreis Nienburg/Weser, Fachdienst Gewerbe, Jagd und Waffen, unter der Telefonnummer (05021) 967 218.

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Erstellt:
4. August 2013, 00:00 Uhr
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