20.01.2013

„HautSpuren“ im Quaet-Faslem-Haus

Ausstellung von Pablo Hirndorf aus Warpe wird heute um 10.30 Uhr im Museum eröffnet

Nienburg (DH). Das Museum Nienburg freut sich über eine neue Ausstellung von Pablo Holger Hirndorf im Quaet-Faslem-Haus. Präsentiert werden fünfundzwanzig Objekte, die der Künstler aus dem Fell und der Haut von einheimischen Wildtieren gestaltet hat.

„Ich suche nicht danach - Es findet mich“ ist das Empfinden des Künstlers. Felle und Häute von Wildtieren aus nachhaltiger Jagd und Wildunfällen würden oft aus mangelnder Rentabilität weggeworfen. Gerade die Materialien, die gering geachtet werden, weckten aber das Interesse von Pablo Holger Hirndorf. Er begann, genauer hinzuschauen, zu entdecken. So ließ er sich auf das Material Fell, Leder und Haut als künstlerischen Werkstoff ein.

„Pablo Hirndorf hat uns schon oft überrascht mit Dingen, die im Alltäglichen verworfen werden“ sagt Museumsleiter Dr. Eilert Ommen. Mal war es Kupfer von Restaurierungsarbeiten an einer alten Kirche oder wertloses Kiefernholz, Bodendielen oder auch Stroh vom Stoppelfeld kurz vor dem Umbruch. Die Ausstellungsobjekte sollen aufmerksam machen: Haut ist schließlich die letzte Grenze zwischen Innen und Außen. Sie schließt schützend etwas ein, grenzt jedoch gegen Außen ab und steuert die Wechselwirkung von Innen und Außen. Die Haut ist unser größtes Organ, dies gilt auch für wild lebende Säugetiere.

Pablo Hirndorf hat das Material selbst in Eigenarbeit gewonnen, die Decken, also die Felle der Tiere, gesäubert und gegerbt und schließlich künstlerisch umgesetzt. Alle im Leben und bei der Arbeit entstandenen Spuren werden beibehalten und im Arbeitsprozess sichtbar herausgestellt.

So hat der Künstler auch vergängliche Färbungen, wie sie z. B. beim Salzen entstehen, zum Teil fotografisch festgehalten und später wiederum malerisch auf die Haut zurückgeholt.

Zur Ausstellungseröffnung am heutigen Sonntag, 20. Januar, um 11.30 Uhr im Quaet-Faslem-Haus an der Leinstraße 4 sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Museums bis zum 10. März zu sehen.

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Erstellt:
20. Januar 2013, 00:00 Uhr
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