Arne Hildebrandt DH

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Kolumnen 20.12.2017 Von Arne Hildebrandt

Heiligabend ans Grab seines Vaters

„Wenn ich an Weihnachtenten denke, denke ich besonders an meinen Vater“, schrieb Klaus-Dieter Örding (76) aus Nienburg der HARKE und erzählt seine Weihnachtsgeschichte: „Er fiel am Heiligen Abend 1943 in Russland. Ich war damals zwei Jahre alt, und erst aus den Feldpostbriefen an meine Mutter erfuhr ich Genaueres von dem Schicksal meines Vaters. Er war im Krieg Führer eines Pferdezuges und ist in den unendlichen Weiten Weißrusslands bestattet. Meine Kindheit – also fast alle Schulferien verbrachte ich auf einem Bauernhof in Rhadereistedt, dem Geburtsort meines Vaters. Und so erinnere ich mich an das Weihnachtsfest 1947 (ein sehr harter Winter). Wir fuhren mit dem Pferdeschlitten von Rhadereistedt nach Rhade, wo eine große Kirche stand, die für viele umliegende Orte zuständig war.

Die große Kirche war überfüllt. Der Pastor hielt seine Weihnachtspredigt, und es wurden die klassischen Weihnachtslieder gesungen. Es gab keine Gesangbücher, denn alle kannten die Texte und sangen auch mit. Das hat mich damals, als Kind von 6 Jahren so beeindruckt, dass ich heute, nach 70 Jahren, zu Weihnachten noch immer daran denke.

Über die Kriegsgräberfürsorge habe ich inzwischen die Stelle herausbekommen, an der mein Vater gefallen ist. Und so ist es mein ganz großer Wunsch, das Grab meines Vaters zu besuchen – am liebsten am Heiligen Abend, um ihm dann zu sagen: ,Ich habe dich einige Male als Kind und Jugendlicher gebraucht, trotz liebevoller Fürsorge durch meine Mutter῾.“

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Erstellt:
20. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 45sec

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