Diese Aufnahme entstand während der Bauphase im November. Fotos: Heimatmuseum Hoya

Diese Aufnahme entstand während der Bauphase im November. Fotos: Heimatmuseum Hoya

Hoya 08.04.2021 Von Die Harke

Heimatmuseum Grafschaft Hoya hofft auf baldige Öffnung

Hinter den Kulissen tut sich eine Menge: Baumaßnahmen und neue Ideen

Eine lange Pause soll bald zu Ende gehen: Aufgrund der Corona-Pandemie und gleichzeitiger Baumaßnahmen war und ist das Heimatmuseum Grafschaft Hoya seit März 2020 bis voraussichtlich Mai dieses Jahres für Gruppen und Besucher geschlossen.

„Geplante Sonderausstellungen mussten mehrfach verschoben werden – still war es hier aber nicht. Während an dem ehemaligen Gutshaus in der Regie der Stadt Hoya die Instandhaltungsmaßnahmen stattfanden, war auch hinter den Kulissen viel zu tun: Für die Baumaßnahmen im Haus war die Dauerausstellung abzubauen und staubdicht zu verhüllen. Im Bereich von Dach und Keller mussten die Sammlungsbestände gesichert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Erst in der Vorweihnachtszeit sei an den Wiederaufbau der Dauerausstellung gedacht und dieser vorbereitet worden. Kaum sei der Bauzaun entfernt gewesen, bevölkerten zudem Strickzwerge als Weihnachtsaktion die Fenster und die Umgebung des Museums.

Vom Dauerausstellungsraum zum Sonderausstellungsraum: die geschützte Zwischenlagerung von Exponaten im Ausstellungsraum im Januar.

Vom Dauerausstellungsraum zum Sonderausstellungsraum: die geschützte Zwischenlagerung von Exponaten im Ausstellungsraum im Januar.

Die Baumaßnahmen und die Pandemie hätten auch im Museum vieles auf den Kopf gestellt. Ohne die klassischen, aber arbeitsintensiven Vorarbeiten sei mit einfachen Mitteln, tiefem Luftholen und einem Schuss Kreativität das Museum mehr oder weniger ad hoc neu gestaltet worden. Die neu entstandene Struktur solle der Anfang weiterer Veränderungen im Heimatmuseum sein, die parallel zum hoffentlich bald wieder laufenden Museumsbetrieb umgesetzt würden: Dabei gehe es ebenso um Inhalte, gestalterische Ergänzungen sowie Maßnahmen zur präventiven Konservierung. Einige aufwendigere Ideen, die auch das Haus und die Hausgeschichte mehr in den Mittelpunkt rücken, gehörten zu den Zukunftsvisionen für das Museum.

Da zahlreiche Arbeits- und Abstellräume geleert und neu strukturiert werden mussten, habe es dort Fundstücke gegeben, aus denen kreative Vitrinenlösungen ersonnen wurden. Selbst die Corona-Schutzwand sei mit vorhandenem Material umgesetzt worden. Dennoch habe es die Arbeit enorm erleichtert, dass es bereits im Vorfeld über die Reinertrags-Ausschüttung (Gewinnsparen) der Volksbank Aller-Weser Gelder für Vitrinen-Innenausstattungen gegeben hatte. Der Landschaftsverband Weser-Hunte half mit einem Zuschuss, die Exponate während der Bauphase zu sichern und einen neuen Magazinraum auszustatten.

Eine besondere Herausforderung sei für dieses bis vor wenigen Jahren rein ehrenamtlich betriebene Museum, dass insbesondere zu Beginn der Bauarbeiten und während des ersten Lockdowns sämtliche Aufgaben auf den Schultern der hauptamtlichen Mitarbeiter lagen, die zu dritt keine volle Stelle bekleiden. Kontaktlose Unterstützungsformen, insbesondere für den Austausch mit Vereinsmitgliedern, wurden im Laufe des Jahres ausgebaut.

Geschäfte und Institutionen aus Hoya – ein Setzkasten weckt Erinnerungen. Die Innenausstattung mit neuen Stoffen und Aufstellern wurde durch die Reinerlös-Ausschüttung der Volksbank Aller-Weser möglich.

Geschäfte und Institutionen aus Hoya – ein Setzkasten weckt Erinnerungen. Die Innenausstattung mit neuen Stoffen und Aufstellern wurde durch die Reinerlös-Ausschüttung der Volksbank Aller-Weser möglich.

An dieser Stelle danken die Museumsleiterin und der Vereinsvorstand all denen, die es unter Berücksichtigung aller Vorgaben möglich gemacht haben, die Arbeit Stück für Stück voranzubringen: inklusive der Verantwortlichen in der Stadt und der Handwerker rund um die Architektin, die sich um die Sanierungsmaßnahmen gekümmert haben.

Während die Fassade im Erdgeschoss noch auf ihren Anstrich warte, erstrahle der Eingangsbereich frisch gestrichen in voller Pracht: Es werde wieder erkennbar, dass dies einmal ein erster Repräsentationsraum und das Treppenhaus eines Burgmannenhofes war.

Eine zentrale Veränderung sei der Tausch der Ausstellungsräume. Nach dem Motto „Altbewährtes erhalten – neue Einblicke schaffen“ ist die Dauerausstellung ins Hochparterre gezogen. Im Mittelpunkt stehe die Grafschaft Hoya mit dem Schloss, daran angrenzend lasse sich die Altstadt mit Blick auf die Martinskirche und den Burgmannshöfen neu entdecken. Zur anderen Seite bette die Weser die Ausstellung ein und gebe einen Einblick, wie vielfältig die Prägung eines Flusses ist, der die Stadt gleichzeitig teile und verbinde.

Vertieft werde in der neuen Ausstellung die „Heimat“ aus dem Titel des Museums. Wie sah Hoya im letzten Jahrhundert aus, welche Institutionen und Geschäfte prägten das Stadtbild? Dies biete Einheimischen und Auswärtigen gleichermaßen neue Einblicke und könne den Blick auf manch ein Gebäude der Stadt verändern. Dabei sei die Ausstellung auf Wandel angelegt: Jubiläen, neue Exponate, neue Forschungsergebnisse oder Sonderausstellungen sollen immer wieder für Veränderungen genutzt werden.

Sonderausstellungen künftig barrierefrei

Durch den Raumtausch seien die Sonderausstellungen künftig fast barrierefrei zugänglich. Es stehe nun ebenerdig ein großzügiger und variabler Durchgangsraum zur Verfügung. In der ersten Sonderausstellung werde es um Forschungsfelder der Archäologie gehen, passend zu den Geschehnissen auf dem Gelände der zukünftigen ASB-Rettungswache und -Tagespflege (dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses und der dortigen Mühlen) sowie rund um das Grafenschloss. Dieser aktuelle Bezug lasse es fast als gute Fügung erscheinen, dass die Ausstellung dieses Jahr, anstatt wie ursprünglich geplant vergangenes Jahr, gezeigt werden.

So lange größere Veranstaltungen im Museum nicht möglich sind, werde auch das „Café“ zum Ausstellungsraum. Angedacht sei die Nutzung für kleine Kabinettausstellungen, bis hier wieder Veranstaltungen angeboten werden können.

Sobald das Wetter es zulässt, stehe im Bereich der Haussanierung noch der Außenanstrich des Erdgeschosses an. Auch im Museum seien bis zur Wiedereröffnung noch zahlreiche Handgriff nötig. Der erste Einblick in die neue Dauerausstellung zeige aber auch, was auch mit kleinen Ressourcen machbar sei. Die Museumsleiterin freut sich, zusammen mit dem Vereinsvorstand, wenn bald die Museumstüren wieder geöffnet werden können. Dabei habe das Team den 16. Mai, den internationalen Museumstag, für die die Wiedereröffnung im Blick.

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Erstellt:
8. April 2021, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 31sec

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