„Heimatstücke“ abgeschlossen

„Heimatstücke“ abgeschlossen

Die Teilnehmer des Projekts „Heimatstücke“ während des Abschlussabends. Museum Nienburg

Am Donnerstag ging mit einer öffentlichen Präsentation das Projekt „Heimatstücke – der Heimat auf der Spur“ zu Ende. Das [DATENBANK=1633]Museum Nienburg[/DATENBANK] hatte damit im vergangenen Jahr den VGH-Förderpreis für Museumspädagogik gewonnen. Das Projekt richtete sich insbesondere an geflüchtete Jugendliche und sollte sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinandersetzen. Es standen Fragen wie „Was bedeutet Heimat für mich?“, „Was muss ich tun, um mich heimisch zu fühlen?“, „Was braucht der neue Ort, um zur Heimat zu werden?“ im Mittelpunkt. Und wo sonst kann eine neue Heimat so gut kompakt kennengelernt werden wie im Museum? Schon lange sind Museen ja nicht mehr nur Orte für die Bewahrung der Vergangenheit, sondern sie beschäftigen sich schon längst mit tagesaktuellen Themen.

Als besonders wertvoll wurden im Projekt Interviews mit Zeitzeugen der Flucht während oder nach dem Zweiten Weltkrieg erachtet. Die Senioren wurden von den Jugendlichen interviewt, nach ihrer Geschichte gefragt und danach, welche Tipps sie ihnen für ihre Situation geben könnten. An mehreren Wochenenden kamen die Jugendlichen und die Senioren zusammen und arbeiteten gemeinsam an dem Projekt.

Zu Beginn stand das Kennenlernen des Museums im Vordergrund. Hier konnten die Jugendlichen schnell und übersichtlich die Geschichte ihrer neuen Heimat kennenlernen. Lieblingsobjekte waren schnell gefunden. Dann war Kreativität gefragt – das Ziel des Projektes war ein Kurzfilm, in dem die Jugendlichen sich und ihre Vorstellungen von Heimat präsentieren konnten. Außerdem sollten die Zeitzeugen-Interviews ein wesentlicher Bestandteil des Films sein. Dieser Austausch der Generationen mit der Erkenntnis, dass viele Deutsche auch eine Geschichte von Flucht und Vertreibung erzählen konnten, sollte für die Jugendlichen inspirierend wirken.

„Es war ein schöner und erfolgreicher Abend“, meinte Museumsleiterin [DATENBANK=354]Dr. Kristina Nowak-Klimscha[/DATENBANK]. Den Anfang des Abends machte Haidy Omar aus Syrien, die auf ihrer Geige den Abend musikalisch begleitete. Ihre eigene Geige war auf der Flucht zerbrochen, und es war mit tatkräftiger Unterstützung möglich, eine neue Geige zu beschaffen. Das Museumsteam hatte dazu orientalische Köstlichkeiten beigesteuert. Der Film soll nun leicht überarbeitet auf die Homepage des Museums gestellt werden.