Stürmer Anthony Modeste (M) traf beim 3:2-Erfolg des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg doppelt. Foto: Swen Pförtner/dpa

Stürmer Anthony Modeste (M) traf beim 3:2-Erfolg des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg doppelt. Foto: Swen Pförtner/dpa

Wolfsburg 15.12.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

„Enttäuschung“ gegen Köln: Wolfsburger Krise geht weiter

Florian Kohfeldt war völlig bedient. „Am Ende darfst du solche Tore nicht kassieren“, sagte der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 2:3 (1:1) gegen den 1. FC Köln.

Trotz einer Leistungssteigerung und einer zweimaligen Führung kassierte seine Mannschaft bereits die sechste Niederlage in Serie. Dieses wichtige Heimspiel kippte aus Wolfsburger Sicht noch einmal, weil sich der VfL in der Abwehr schwere Aussetzer leistete und weil der FC-Trainer Steffen Baumgart von draußen die richtigen Impulse gab. Der gerade eingewechselte Kingsley Schindler bereitete dem gerade eingewechselten Mark Uth das 2:2 vor (73.). Und er legte dem zweifachen Torschützen Anthony Modeste auch noch den späten Siegtreffer in der 89. Minute auf.


Schäfer: „Verteidigen nicht gut genug“

„Es liegt auf der Hand, dass wir im Moment einfach nicht gut genug verteidigen“, sagte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer bei Sky. „Die Mannschaft war bemüht, eine Reaktion zu zeigen.“ Mit Rückschlägen innerhalb eines Spiel könne die Mannschaft aber momentan nicht gut umgehen. „Das ist eine große Enttäuschung“, sagte Schäfer.

Als Champions-League-Teilnehmer in die Saison gestartet, droht der VfL nur noch mit einem geringen Vorsprung auf den Relegationsplatz in die Winterpause zu gehen. Dabei traf Lukas Nmecha vor 5000 Zuschauern bereits in der 8. Minute für den VfL. Ein Fehler von Nationalspieler Ridle Baku ermöglichte den Kölnern aber noch in der ersten Halbzeit den Ausgleich durch Anthony Modeste (34.). Auf das 2:1 von Wout Weghorst nach herausragender Vorarbeit von Dodi Lukebakio (51.) hatte der FC sogar noch zwei Antworten: Mark Uth (73.) und wieder Modeste (89.) drehten die Partie.

Die beiden Nmecha-Brüder Lukas und Felix standen beim VfL erstmals gemeinsam in der Startelf - was sich sofort auszahlte. Felix Nmecha prüfte zunächst den Kölner Torwart Marvin Schwäbe mit einem gefährlichen Abschluss (2.), dann war sein schon in die A-Nationalmannschaft berufener Bruder nach einem Konter erfolgreich. Der 23-Jährige erzielte an seinem Geburtstag nach Vorlage von Baku sein sechstes Saisontor, den die Nmechas gemeinsam feierten.

Kohfeldt schrie an der Seitenlinie seine Freude heraus - jetzt lief die Partie nach seiner Vorstellung. „Das muss jetzt der Moment sein, wo man das Messer zwischen die Zähne nimmt und sagt: Dagegen wehren wir uns jetzt“, hatte der Trainer vor dem Spiel gesagt. Den Kölner Coach Steffen Baumgart kennt der der 39-Jährige im Übrigen gut - beide absolvierten 2015 gemeinsam die Ausbildung zum Fußballlehrer.

Modeste trifft für Köln doppelt

Der FC, der nur eines der vorausgegangenen acht Bundesliga-Spiele hatte gewinnen können, fand zunächst nicht so recht eine Antwort auf die kompakte Defensive der Wolfsburger. Den Kopfball von Modeste hielt Koen Casteels im VfL-Tor sicher fest (19.). Die Wolfsburger spielten dagegen plötzlich wieder mit Tempo und Mut, also ganz anders als in den vergangenen Wochen.

Von heute auf morgen lassen sich die Unsicherheiten aber nicht beseitigen. Auch durch einen Fehler von Baku kam der Ball im VfL-Strafraum zu Florian Kainz, der zwar nur die Latte traf - im Nachsetzen war aber Modeste zur Stelle. Solche Aussetzer wogen beim VfL am Ende schwerer als alle guten Ansätze im Spiel nach vorn.


Nach der abermaligen Führung musste der VfL auf Lukas Nmecha verzichten, der angeschlagen behandelt wurde und nicht mehr weiterspielen konnte. Auch Baumgart wechselte und wie! Köln verdiente sich diesen Sieg am Ende, weil die Mannschaft im Gegensatz zu den angeschlagenen Wolfsburgern nie nachließ. „Man hat gut gesehen, was wir wollten. Aber wir haben daraus zu wenig gemacht. Am Ende darfst du solche Tore nicht kassieren. Deshalb dürfen wir heute auch nicht von einem guten Spiel reden“, sagte Kohfeldt.


© dpa-infocom, dpa:211214-99-384912/6

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Erstellt:
15. Dezember 2021, 20:27 Uhr
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