21.04.2013

„Heinzelmänner“ im Klostergarten

Vorschläge von erfahrenen Hobbygärtnern stießen – endlich – auf offene Ohren

Loccum. Die Gartenanlagen des Klosters waren den Verantwortlichen - über den reichlich zwei Jahre dauernden Sanierungs- und Bauarbeiten an Kirche und Torhaus – wohl aus dem Blick geraten und boten deshalb ein trauriges Bild, so der Loccumer Michael Flämig. Vorschläge zur Neugestaltung von Priorsgarten und zur Anlage eines Kräutergartens, wie er zu jedem anständigen Kloster gehört, verhallten ungehört. Dabei kamen sie von ausgewiesenen Hobbygärtnern wie Andreas Wickbold und Heinz Emmrich, die ihre großen Privatgärten vorbildlich gestalten und pflegen und jedes Jahr für ein paar Tage zu „offenen Gärten“ erklären. Hunderte von Interessierten kommen dann regelmäßig, staunen und holen sich bei ihnen Anregungen für den eigenen Garten. Waren Klostergärten früher nicht auch Mustergärten? Ein vergessener Anspruch? Fünf Jahre schmorten konkrete Vorschläge der Loccumer Rosenfreunde unbeantwortet in der Schublade von Klosterschreibtischen, so Flämig weiter.

Doch jetzt, wo Besucher scharenweise zum Jubiläum aufs Klostergelände strömen, überall hin neugierige Blicke werfen – auch über den Gartenzaun – ließen sich Abt und Konvent sagen, dass der Garten alles andere als eine Zierde des Klosters ist: die vorhandenen Rosen jahrelang nicht ausgeschnitten, jede Menge Fehlstellen, Priorsgarten ein Schatten seiner selbst.

Heinz Emmrich und Andreas Wickbold ergriffen die Initiative, ließen auf ihre handfeste Kritik konstruktive Vorschläge zur Verbesserung folgen:

1. Die alten, jahrelang vernachlässigten Rosen fachgerecht ausschneiden, damit sie durchtreiben und volle Blüte ansetzen können.

2. Verbesserungsvorschlag: Die vorhandenen, aber fast leeren Beete in Priorsgarten auf die Schnelle mit 110 Bodendecker-Rosen zu bepflanzen, und zwar in Rottönen, entsprechend den drei roten Rosen im Wappen der Grafen von Hallermund, die am 21. März vor 850 Jahren das Land für die Klostergründung gestiftet hatten. Dazu ergänzend zwölf rote Edelrosen in die Nischen am Refektorium und achtzehn verschiedenfarbige Strauchrosen am Refektorium und im Innenhof.

Der Abt gab grünes Licht, brauchte er doch „nur“ das Geld für Pflanzgut, Mutterboden und Dünger locker zu machen. Denn für die sonst lohnintensive Pflanzaktion hatten Heinz Emmrich, Andreas Wickbold und Alfred Pech angeboten, die Arbeit selbst und noch dazu ehrenamtlich zu übernehmen. Aus Begeisterung für Gottes Schöpfung im Garten und aus Liebe zum Kloster. Im April, gerade noch zur Pflanzzeit, wurde ausgeschnitten, der Boden vorbereitet, Pflanzgut bestellt und gemeinsam in die Erde gebracht. Der ausgesprochen steinige Untergrund machte die Arbeit zur Knochenarbeit.

Doch Heinz Emmrich und Andreas Wickbold setzen noch eins drauf: Damit die alten wie die neu gepflanzten Rosen nicht verkommen, wollen sie das Jahr über nach den Rosen im Klostergarten sehen und haben dem Kloster deshalb eine „Pflegepatenschaft“ angeboten.

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Erstellt:
21. April 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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