Psychoonkologin Annette Schmidt (links) und Oberärztin Stefanie Klaas-Brake mit dem sogenannten Distress-Thermometer. Foto: Helios

Psychoonkologin Annette Schmidt (links) und Oberärztin Stefanie Klaas-Brake mit dem sogenannten Distress-Thermometer. Foto: Helios

Nienburg 14.08.2021 Von Die Harke

Helios-Kliniken und Verein „Krebsnachsorge“ arbeiten zusammen

Den Schock der Diagnose mindern

Patientinnen und Patienten, die mit einer Krebsdiagnose im Krankenhaus sind, leiden nicht nur an der Krebserkrankung selbst, sondern benötigen häufig auch Unterstützung in vielen anderen Lebensbereichen und emotionalen Fragestellungen.

Hierzu besteht eine enge Kooperation zwischen den Helios Kliniken Mittelweser – insbesondere dem Bereich des Darmzentrums – und dem Verein „Krebsnachsorge Nienburg“. Durch die Vernetzung haben Betroffene die Möglichkeit, noch während ihres Krankenhausaufenthaltes ihre Fragen mit Psychoonkologin Annette Schmidt zu klären, heißt es in einer Mitteilung von Helios.

Annette Schmidt von der Krebsnachsorge Nienburg sei zweimal wöchentlich in der Nienburger Helios-Klinik zu finden und nehme sich Zeit für Gespräche mit Patienten. In den Helios-Kliniken Mittelweser bestehe eine enge Kooperation mit dem Nienburger Krebsnachsorgeverein. Dies zeige sich besonders im Darmzentrum, in dem der Bedarf nach einer Beratung bereits beim stationären Aufenthalt im Krankenhaus mit dem sogenannten Distress-Thermometer abgefragt werde. Das Wort Distress stehe für psychosoziale Belastungen im Rahmen einer Krebserkrankung.

„Wenn wir im Rahmen des Darmzentrums Patientinnen oder Patienten mit Krebserkrankungen haben, prüfen wir anhand des Distress-Thermometers unterschiedliche Bereiche ab. Dies sind nicht nur praktische Probleme wie Kinderbetreuung oder auch die Wohnsituation, sondern auch familiäre Probleme im Umgang mit dem Partner oder den Kindern.

Hinzu kommen emotionale Probleme wie Depressionen oder Nervosität, spirituelle und religiöse Belange und natürlich auch der große Bereich der körperlichen Beschwerden“, erläutert Oberärztin für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Stefanie Klaas-Brake.

Aus den Ergebnissen wird letztendlich ein Belastungswert erhoben, der sich in der Spanne von eins (keine Belastung) und zehn (extreme Belastung) befindet. „Stellen wir eine hohe Belastung fest, werden die Patientinnen und Patienten automatisch von Frau Schmidt kontaktiert“, erläutert die Medizinerin. Doch nicht nur bei einem stationären Aufenthalt, sondern auch schon in der Sprechstunde erhalten die Patientinnen und Patienten Informationsmaterial mit den Kontaktdaten des Krebsnachsorgevereins.

Das Beratungsspektrum sei hierbei sehr breit gefächert. „Generell bieten wir Unterstützung in allen Phasen der Erkrankung – und nicht nur im Bereich der emotionalen Sorgen und Ängste, sondern auch in ganz praktischen Dingen, in denen wir die Erkrankten unterstützen können“, so die Psychoonkologin.

Dies könnten auch die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises oder Anträge auf finanzielle Hilfen sein. Viele Menschen hätten auch große Probleme mit den Nebenwirkungen der Erkrankung. „Man muss sich es so vorstellen: Wenn bei einer Früherkennungsuntersuchung Krebs festgestellt wird, fühlt sich der Mensch zu dem Zeitpunkt oftmals völlig gesund und steht mitten im Leben.

Die Behandlung, oft die Chemotherapie, kann dann aber zu psychischen und körperlichen Belastungen führen – von Haarverlust über Nervenstörungen, so dass die Patienten nicht mehr gut laufen können oder gar kein Auto mehr fahren können. Solche Nebenwirkungen können Thema in der Beratung sein“, so Schmidt.

Annette Schmidt ist jeden Dienstag von 13 bis 16 Uhr sowie jeden Mittwoch von 11 bis 13 Uhr im Nienburger Helios-Klinikum vor Ort. Darüber hinaus bietet sie auch nach Absprache Besuche an. Zu erreichen ist sie unter (0 50 21) 50 95 bei der Praxis Schulz-Dähn sowie unter der E-Mail-Adresse info@krebsnachsorge-nienburg.de.

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Erstellt:
14. August 2021, 20:12 Uhr
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