Hertha-Fehlstart perfekt: Nmecha lässt Wolfsburg spät jubeln

Hertha-Fehlstart perfekt: Nmecha lässt Wolfsburg spät jubeln

Joker Lukas Nmecha schoss Wolfsburg in Berlin zum Sieg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

„Jeder möchte gerne mit sechs Punkten in zwei Spielen anfangen. Aber auch die Art und Weise, wie wir gespielt haben, hat mir gefallen“, sagte Wolfsburgs Trainer Mark van Bommel nach dem 2:1 (0:0)-Auswärtssieg bei den nun weiterhin punktlosen Berlinern.

Vor 18.241 Zuschauern im Berliner Olympiastadion hatte der agile Dodi Lukebakio nach einer Stunde per Elfmeter Hertha in Führung gebracht, Ridle Baku besorgte nach 73 Minuten den Ausgleich für die Gäste, ehe Nmecha kurz vor Schluss (88.) den späten Siegtreffer erzielte. Hertha blieb damit zum fünften Mal in Folge in einem Heimspiel gegen Wolfsburg sieglos.

Dardai: „Tabelle sieht nicht gut aus“

„Keiner ist heute spaziert, alle haben gearbeitet. Das ist ein Fortschritt“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai im Hinblick auf die 1:3-Auftaktniederlage beim 1. FC Köln. Allerdings sei das Ergebnis nicht okay: „Die Tabelle sieht nicht gut aus.“ Und am kommenden Spieltag geht es zum Meister Bayern München.

Dardai hatte überraschend auf Matheus Cunha verzichtet, der ihn beim Spiel in der Domstadt sehr enttäuscht hatte. Zudem musste der Trainer auch noch auf seinen Sohn Marton aufgrund von Sprunggelenkproblemen verzichten. Dagegen kehrte Abwehrchef und Kapitän Dedryck Boyata nach seinen muskulären Problemen ebenso zurück wie Davie Selke, der seine Gehirnerschütterung auskuriert hatte.

Neu in die Anfangsaufstellung kamen die Außenstürmer Javairo Dilrosun und Dodi Lukebakio, dafür blieb Neuzugang Stevan Jovetic zunächst auf der Bank. Van Bommel vertraute dagegen den elf Startern, die eine Woche zuvor beim 1:0 gegen Aufsteiger VfL Bochum bei Anpfiff auf dem Feld gestanden hatten.

Schwungvoller Beginn

Beide Mannschaften begannen die Partie mit viel Schwung. Nach sechs Minuten traf Wolfsburgs Maxence Lacroix mit einem Kopfball nur den Außenpfosten, Hertha-Schlussmann Alexander Schwolow wäre aber zur Stelle gewesen. Sechs Minuten später setzte Dodi Lukebakio zu einem Solo an, seine Hereingabe war aber eine sichere Sache für Wolfsburgs Koen Casteels.

Mehr Schwierigkeiten bereitete Wolfsburgs Top-Torjäger Wout Weghorst (17.) dem Berliner Torhüter mit einem schönen Flugkopfball, den Schwolow gerade noch so zur Ecke klärte. Bei sommerlichen Temperaturen versandete die Begegnung dann zumeist im Mittelfeld.

Elfmeter nach Videobeweis

Nach dem Seitenwechsel erhöhten beide Mannschaften das Tempo. Zunächst schoss Weghorst (46.) aus kurzer Distanz den Ball über das Tor, auf der Gegenseite scheiterte der kurz vor dem Seitenwechsel für den angeschlagenen Kevin-Prince Boateng eingewechselte Stevan Jovetic an VfL-Keeper Koen Casteels (49.). Die Gastgeber trauten sich jetzt häufiger in den gegnerischen Strafraum.

Belohnt wurde der Mut mit dem 1:0 nach einer Stunde. Der ehemalige Herthaner John Anthony Brooks hatte den quirligen Lukebakio im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied nach Videobeweis auf Strafstoß, den Lukebakio selbst sicher verwandelte.

13 Minuten später ließ Baku mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck Herthas Schwolow nicht gut aussehen. Hertha wirkte nach dem Ausgleich bissiger, doch Nmecha verdarb mit seinem späten Treffer den Berlinern die Hoffnung auf den ersten Punkt.

© dpa-infocom, dpa:210821-99-920236/4

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