Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen den Kiesabbau im Gespräch mit Katja Keul. Klepper

Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen den Kiesabbau im Gespräch mit Katja Keul. Klepper

Hibben 11.09.2019 Von Die Harke

Hibben könnte zur Insel werden

Kiesabbau: Große Sorge, wenn aus Vorsorge- Vorranggebiete werden

„Der Kiesabbau an der Weser verbraucht zunehmend Flächen in einem Ausmaß, wie sie kaum noch mit dem Lebensraum für Mensch, Tier und Umwelt in Einklang zu bringen sind.“ – Dieser Hilferuf des Aktionsbündnis gegen den Kiesabbau aus Hibben erreichte Bundestagsabgeordnete Katja Keul, (Bündnis 90/Die Grünen), die sich daraufhin gemeinsam mit dem örtlichen grünen Gemeinderatsmitglied Heinz Schröder auf den Weg machte, um das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen. Bereits jetzt ist die Samtgemeinde Mittelweser das größte Kiesabbaugebiet an der Weser. „Wenn nun auch noch die weiteren Gebiete um Hibben vom Kreistag von einem Vorsorgegebiet zu einem Vorranggebiet hochgestuft werden sollten, hätten mehrere interessierte Kiesbauunternehmen gute Aussichten, dort auch noch Abbaugenehmigungen zu bekommen“, erklärt Heinz Thielker, Sprecher des Aktionsbündnisses.

„So könnte der Ort Hibben tatsächlich in eine Insel inmitten der entstehenden Seen verwandelt werden, was nicht nur den Landwirten die Lebensgrundlage rauben würde. Neben dem Landverlust wären die Einwohner in und um Hibben außerdem über viele Jahrzehnte den negativen Einflüssen und Emissionen des Kiesabbaus ausgesetzt.“ Keul pflichtete ihm bei, dass es beim Landverlust durch Kiesabbau eine Belastungsgrenze geben müsse: „Land kann man nur einmal verkaufen und abgraben – das ist keine nachhaltige Rohstoffpolitik.“

Im Bereich der Samtgemeinde Mittelweser, aber auch in den angrenzenden Samtgemeinden Liebenau und Marklohe müsse das Thema mehr ins öffentliche Interesse rücken. Sie versprach dem Aktionsbündnis, dass sie sich mit der grünen Kreistagsfraktion in Verbindung setzen wolle, um eine Veränderung des regionalen Raumordnungsprogramms zu verhindern.

Noch hätten es Gemeinde und Landkreis in der Hand, den Kiesabbau jenseits des Vorranggebietes zu verhindern. Schröder sagte zu, er wolle sich im Gemeinderat außerdem dafür einsetzen, dass die Gemeinde einer möglichen Höherstufung des jetzigen Vorsorgegebietes nicht zustimmen solle.

„Es kann nicht sein, dass wir unsere Böden und somit unseren Lebensraum verkaufen. Wir haben nur diesen einen Planeten. Fruchtbare Böden sollten wir auch für unsere Nachfahren als Lebensgrundlage erhalten. Das ist mehr wert als eine zerstörte und ausgebeutete Landschaft“, so Thielker. Zudem würde ein erheblicher Teil des Kieses exportiert. „Die örtlichen Gemeinden haben keinerlei wirtschaftlichen Vorteil davon.“

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Erstellt:
11. September 2019, 15:31 Uhr
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