Amy mit der Flagge von New Mexico auf Nienburgs Fußgängerbrücke. Hagebölling

Amy mit der Flagge von New Mexico auf Nienburgs Fußgängerbrücke. Hagebölling

Nienburg 01.04.2017 Von Edda Hagebölling

„Hier ist alles viel grüner“

Wilhelmshaven, Groß Varlingen, Wietzen, Marburg: Amy Yurwit aus Nienburgs Partnerstadt Las Cruces berichtet

„Ich mag dieses Wetter. Hier ist alles viel grüner.“ Amy Yurwit war gut gelaunt, als die Redaktion sie zum Foto-Shooting auf Nienburgs Fußgängerbrücke traf. Am Mittwochnachmittag. Dem trübsten und kältesten Tag der ganzen Woche. Amy Yurwit stammt aus Nienburgs Partnerstadt Las Cruces, einer rund 100.000 Einwohner zählenden Stadt in New Mexico. „Bei uns ist es immer viel zu heiß“, so die 18-jährige Studentin. In Deutschland ist Amy Yurwit seit dem 16. März. Bis gestern war sie bei Katrin Thielemann in Wietzen. Nächste und zugleich letzte Station in Deutschland ist Marburg. Dort will die Germanistik-Studentin aus New Mexico „Internationale Beziehungen“ studieren. In die Chili-Hochburg Las Cruces zurück geht es am 6. August.

Während ihres Aufenthalts im Kreis Nienburg ist Amy Yurwit schon so allerlei aufgefallen. Ein Schnitzelgericht beispielsweise auf der Speisekarte eines mexikanischen Restaurants. Oder Pizza mit Spargel, Broccoli und Mais. „Bei uns lieben auch alle Pizza. Aber eher mit Peperoni, Käse, Oliven, Pilze oder Würstchen“, so die 18-Jährige in nahezu perfektem Deutsch. Oder das süße Popcorn. In Las Cruces schmeckt es eher salzig. Ungewohnt auch, „dass in Deutschland so viel Brot gegessen wird. Zuhause esse ich Tortillas und Bagles“, berichtet die 18-Jährige bei einem Glas Kamillentee im „[DATENBANK=272]Lespresso“[/DATENBANK]. „Weißen Spargel würde ich dagegen gerne mal essen“, so Amy Yurwit weiter. Ein Wunsch, den ihr ihre Gastmutter vermutlich noch erfüllt haben dürfte.

Warum sie sich an der Schule für das Fach Deutsch und im Anschluss auch für ein Germanistik-Studium entschieden hat? „Ich konnte wählen zwischen Spanisch, Französisch oder Deutsch“, so Amy. Spanisch war ihr zu leicht und Französisch zu unsauber in der Aussprache. Für Deutsch hat sie sich auch entschieden, weil diese Sprache keiner wollte. „Weil sie so schwer ist.“ Getreu der Devise: Jetzt erst recht.

Um weiter an ihrem Deutsch zu arbeiten, hat die Germanistik-Studentin bereits einige Filme und Bücher im Gepäck. „Frau Temme sucht das Glück“, „Fack ju Göhte“, „Das Leben der Anderen“ oder eine Biografie über Egon Schiele. Über Marburg weiß Amy Yurwit bereits, dass Jacob Grimm dort gelebt hat, und dass alles „so gothic“ aussieht.

Ein Politikstudium, wie Austausch-Freundin Katrin es eventuell plant, kann Amy sich eher nicht vorstellen. Sie ist aber froh, dass das Ergebnis der Wahlen in den USA endlich auch die Jüngeren wachgerüttelt hat. Auch ist ihr längst aufgefallen, dass es in Las Cruces viele arme Menschen gibt. „Und Fast-Food-Imbisse an jeder Straßenecke.“

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Erstellt:
1. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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