Nienburg/Estorf 31.03.2018 Von Die Harke

Hilfe für Hirschkäfer und andere Insekten

Neues BUND-Projekt gestartet / Große Aktion mit Schulkindern am kommenden Freitag in Estorf

Mit Unterstützung zweier Grundschulklassen aus Estorf startet im dortigen Scheunenviertel am kommenden Freitag, 6. April, um 10 Uhr die BUND-Kreisgruppe Nienburg ihr neues Hirschkäfer-Projekt. Zuvor werden die Schülerinnen und Schüler von dem Ansprechpartner des Projekts, Brechter Boekhoff, über die Hirschkäfer und die Wiederansiedlung mit Hilfe von Brutmeilern informiert. Die Aufgabe an diesem Vormittag ist, Eichen-Hackschnitzel zwischen die vorbereiteten Eichenstämme zu verteilen und somit die Meiler fertig zu stellen.

Anlass für dieses Projekt ist die intensive öffentliche Diskussion zum massiven Insektenrückgang in den letzten 30 Jahren. Die Diskussion und eigene Beobachtungen bewogen den BUND, im Landkreis Nienburg Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung bedrohter Insekten-Arten durchzuführen.

Infolge der starken Herbst- und Winterstürme von Oktober 2017 bis Januar 2018, bei denen im Landkreis Nienburg auffällig viele alte Eichen umgestürzt waren, entstand die Idee, den bei der Bevölkerung bekannten Hirschkäfer als „Zielart“ des Projektes zu wählen.

„Die Hirschkäferbestände sind europaweit stark eingebrochen und die Art ist deshalb gesetzlich streng geschützt. Es sind dringend geeignete Maßnahmen zu deren Erhalt nötig und sogar gesetzlich vorgeschrieben,“ stellt [DATENBANK=7338]Erk Dallmeyer[/DATENBANK], Insektenexperte der [DATENBANK=1426]BUND[/DATENBANK]-Kreisgruppe, fest. Und weiter: „Im Landkreis Nienburg liegen aus den letzten Jahren nur vier Hirschkäfermeldungen vor: in Leese, Brokeloh, Linsburg und Nordel. Hirschkäfer benötigen ältere Eichenbestände zur Nahrungssuche und zur Paarung. Ihre Larven entwickeln sich in faulenden Baumstubben von Eichen, die in der Natur nur noch selten zu finden sind.“

Im Landkreis Nienburg hat [DATENBANK=2049]Karl-Heinz Dose[/DATENBANK], Förster in Leese, vor etwa zehn Jahren den ersten Versuch zur Förderung der Hirschkäfer gestartet, indem er einen „Brutmeiler“ (eine künstliche „Kinderstube“) errichtete. Es handelt sich dabei um mehrere Stammstücke (1 bis 1,5 Metern Länge) alter Eichen, die senkrecht nebeneinander aufgestellt wurden. Im vergangenen Jahr konnte er dort Hirschkäferlarven unter den Stammstücken und einen ausgewachsenen Hirschkäfer nachweisen. Ähnliche Erfahrungen gibt es auch aus anderen Gebieten Deutschlands.

Diese Beobachtung bewog die BUND-Kreisgruppe, ein solches Vorgehen kreisweit zu initiieren, um den Hirschkäferbestand im Landkreis nachhaltig zu fördern. Die Brutmeiler können über mehr als 20 Jahren hinweg Hirschkäfern und anderen totholzbewohnenden Insekten Lebensraum liefern.

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Erstellt:
31. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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